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Interview / Archiv | Beitrag vom 20.12.2016

Frauen in Kultur und MedienWas tun gegen die Benachteiligung?

Monika Grütters (CDU) im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, CDU. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Kulturstaatsministerin Monika Grütters, CDU. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

98 Prozent der Chefredakteure deutscher Tageszeitungen seien Männer, beklagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Auch sonst seien Frauen im Kultur- und Medienbetrieb unterrepräsentiert. Ein Runder Tisch soll jetzt über Verbesserungen nachdenken.

Auf Initiative von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) trifft sich am Dienstag in Berlin erstmals der Runde Tisch "Frauen in Kultur und Medien". Dort wolle man über Möglichkeiten beraten und Instrumente entwickeln, mit denen sich der Frauenanteil in Kultur und Medien erhöhen lässt.

Im Deutschlandradio Kultur sagte Grütters: "Wir haben dazu 80 Personen eingeladen aus den einschlägigen Personen und Sparten - übrigens nicht nur Frauen, sondern ein Drittel der Gäste bei mir heute sind Männer, Personalverantwortliche beispielsweise. Und da wollen wir mal fragen: Wie empfindet ihr das? Wie macht ihr das? Wie geht ihr in eurem Haus vor? Welche Instrumente bräuchtet ihr? Was kann die Politik tun?"

98 Prozent der Chefredakteure sind Männer

Eine Studie habe offenbart, dass Frauen dort deutlich unterrepräsentiert seien, so die CDU-Politikerin weiter. "Frustrierend" und "fast empörend" nannte sie es, dass 98 Prozent der Chefredakteure deutscher Tageszeitungen Männer seien: "Ebenso frustrierend ist es, dass Frauen als Journalistinnen, als Künstlerinnen, als Kreative immer noch deutlich weniger verdienen als Männer, im Durchschnitt 24 Prozent weniger."

Grütters verwies auf eine deutlichen Anstieg des Frauenanteils in Führungspositionen staatlicher Kultureinrichtungen durch Quotierungen und andere Einstellungsvoraussetzungen, vor allem in Bibliotheken und Museen: "Da liegen wir jetzt bei 34, 35 Prozent, bei Bibliotheken sogar bei 43."

Insofern wolle man auch mit Initiativen wie "ProQuote Medien" über deren Erfahrungen sprechen. Ein wichtiges Thema sei außerdem die Besetzung von Gremien, zum Beispiel der Filmförderung.

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