Französischer Literaturpreis Prix Goncourt an Philippe Jaenada

Philippe Jaenada ist der diesjährige Gewinner des ältesten Literaturpreises Frankreichs. Der 62-jährige bekommt den Prix Goncourt für seinem Roman "L'Inconnue du quai de Javel" - eine Geschichte rund um den realen Tod einer Bretonin in Paris im Jahr 1949. Die junge Frau war damals eines der gefragtesten Modelle der Künstler von Montparnasse. Jaenada ist für seine hartnäckigen Archivrecherchen zu historischen Kriminalfällen bekannt und rollt den ungelösten Fall auf fast 530 Seiten neu auf. Er erhielt sechs Stimmen der insgesamt zehn Mitglieder der Académie Goncourt, die ihre Entscheidung traditionell beim Mittagessen in einem Pariser Restaurant treffen. Der Literaturpreis hatte in diesem Jahr mit KI-Vorwürfen gegen einen der Nominierten Schlagzeilen gemacht: Der kanadisch-haitianische Schriftsteller Thélyson Orélien wurde in der Folge aus der Liste der Finalisten gestrichen. Sein kanadischer Verlag bestätigte mittlerweile, dass der Autor beim Schreiben seines Buches "C’était ça ou mourir" künstliche Intelligenz genutzt hat. Orélien bekräftigte dennoch, dass er das Buch selbst geschrieben habe. Er räumte aber ein, dass er KI aber "für historische Recherchen" genutzt hat.