Frankreich erleichtert Rückgabe von Beutekunst an ehemalige Kolonien

Etwa 90.000 Kunstgegenstände aus afrikanischen Ländern befinden sich in französischen Museen. Ein neues Gesetz macht es nun möglich, dass Beutekunst aus der Kolonialzeit leichter zurückgegeben kann. Dafür hat das Parlament in Paris den Weg frei gemacht. Die Regelung betrifft Werke, die zwischen 1815 und 1972 in den Besitz Frankreichs gelangten. Linke Abgeordnete hatten vergeblich gefordert, die Zeitspanne auszuweiten, um etwa Kulturgüter zu berücksichtigen, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Ägypten gestohlen wurden. Kulturministerin Catherine Pégard sprach von "einem neuen Kapitel" in den Beziehungen zu den früheren Kolonien. Mit den vereinfachten Bestimmungen reiche Frankreich den betroffenen Ländern seine Hand. Das Thema dürfte auch auf dem Afrika-Frankreich-Gipfel eine Rolle spielen. Dazu wird am Montag der französische Präsident Emmanuel Macron in der kenianischen Hauptstadt Nairobi erwartet.