Seit 08:30 Uhr Nachrichten

Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 08:30 Uhr Nachrichten

Kompressor | Beitrag vom 06.07.2015

Frage des TagesIst das "Nein" eine Alternative?

Eric Jarosinski im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Podcast abonnieren
Der US-amerikanische Germanist Eric Jarosinski, besser bekannt als fiktiver Herausgeber der ebenso fiktiven Fachzeitschrift NeinQuarterly (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)
Der US-amerikanische Germanist Eric Jarosinski, besser bekannt als fiktiver Herausgeber der ebenso fiktiven Fachzeitschrift NeinQuarterly (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)

Twitter-Darling, US-amerikanischer Germanist und Netzphilosoph - Eric Jarosinski hält nicht hinterm Berg mit Kurzbetrachtungen zur Lage der Welt. Sein Forum ist Twitter und dort verbreitet er seine Erkenntnisse als Twitter-Persona "Nein Quarterly" - ein Experte also für die Kraft der Negation. Oder eben das Absagen.

Griechenland hat "Nein!" gesagt, ein "Nein", das der Rede von der "Alternativlosigkeit" entgegentritt, ein "Nein", das in die Geschichte eingehen wird. Dort wird es dann etwa auf Figuren wie Herman Melvilles Romanfigur Bartleby treffen, den "Schreiber", der durch sein Mantra "Ich möchte lieber nicht" immer wieder Leitbild für nachwachsende diskursive Strömungen war.

Für Eric Jarosinski aka Nein.Quarterly ist die "Nein"-Sagerei nicht ein ur-deutsches Phänomen, sondern durchaus weltweit üblich. Dabei könne das Negative schon eine gewisse Kraft haben, sagt Jarosinski. Dieses "Nein" könne gleichzeitig auch ein "Ja" sein, eine Bestätigung des Risikos. Im Falle von Griechenland war dieses "Nein" dann vielleicht auch Ausdruck für die Hoffnung auf Veränderung, dass es "also zu einem besseren Deal kommen könnte." In mit der Ablehnung einer bestimmten Entscheidung, wie nun in Griechenland, verbinden viele die Aussicht auf eine neue Lösung:"Ja es muss nicht der Plan A oder der Plan B sein, vielleicht gibt es ja noch einen Plan C."

Mehr zum Thema

Eric Jarosinski - "Twitter-Adorno" auf großer Tour
(Deutschlandfunk, Corso, 26.06.2015)

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur