Seit 05:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 19.02.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Fazit | Beitrag vom 07.02.2020

Foto-Ausstellung von Akinbode AkinbiyiGeschichten mit der Kamera erzählen

Moderation: Johannes Nichelmann

Beitrag hören Podcast abonnieren
Eine Frau in weißem Kleid steht an einem Strand, neben ihr sind drei Standliegen. (Akinbode Akinbiyi)
Das Leben in Nigeria zeigen: Das Wandern gehört für Akinbode Akinbiyi zu seiner Kunst dazu. (Akinbode Akinbiyi)

Als Wanderer zwischen den Welten ist der in Berlin lebende Fotograf Akinbode Akinbiyi ein Vermittler zwischen Afrika und Europa. Eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt seine Werke, die mehr sind als nur Momentaufnahmen.

Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist seit dieser Woche die erste Einzelausstellung des nigerianisch-britischen Fotografen Akinbode Akinbiyi in Deutschland zu sehen. Seit seiner Teilnahme an der Documenta 14 vor drei Jahren gilt der Künstler endgültig als feste Größe nicht nur der Fotoszene, sondern auch im Kunstbetrieb.

Trotz der Globalisierung erkenne er schon noch Unterschiede zwischen den Großstädten dieser Welt, so Akinbiyi. Doch riesig seien die Unterschiede nicht, denn die Metropolen "nähern sich sehr stark an". Beispielsweise sei die Warenwelt sehr ähnlich geworden, symbolisch stünden dafür Kaugummiautomaten: Diese gebe es auf der ganzen Welt, zwar in verschiedenen Formen, aber ihr Ziel sei, so Akinbiyi, "dass sich schon Kinder das Konsumverhalten aneignen".

Der Moment der Aufnahme

Bei seiner Arbeit gebe es nicht den richtigen Augenblick für ein Foto, sondern mehrere Momente. "Es ist dann auch sehr persönlich. Man kann eine Aufnahme machen, bei der gar nichts passiert. Oder man kann eine Aufnahme machen, wo vieles passiert." Es liege an dem Künstler, wann er den Auslöser drücke. Um solche Augenblicke aufzunehmen, wandere er durch die Städte. "Das ist eine jahrzehntelange Beschäftigung."

Fotograf Akinbode Akinbiyi bei der Fotoausstellung "Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air" mit Schwarz-Weiß-Fotografien des in Berlin lebenden nigerianischen Künstlers. (imago images/snapshot/F. Boillot ) (imago images/snapshot/F. Boillot )Fotograf Akinbode Akinbiyi
"Wichtig ist das innere Auge"
Mit seiner Kamera durchwandert der nigerianisch-britische Fotograf Akinbode Akinbiyi die Metropolen der Erde. "Fotografie bedeutet Schreiben mit Licht", sagt er. Was genau fasziniert ihn an großen Städten und wann ist ein Motiv für ihn interessant? Hören Sie hier unser ausführliches Interview mit Akinbiyi aus dem Jahr 2016.

In der aktuellen Ausstellung in Berlin sind Akinbiyis Aufnahmen in sechs Räumen zu sehen – angelehnt an den Titel "Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air". Die Fotos sind aufgenommen in Lagos, Johannisburg, dem Afrikanischen Viertel in Berlin-Wedding, stammen aber auch aus anderen Serien Akinbiyis.

Fotografie sei für ihn das Schreiben mit dem Licht – eine Form des Geschichtenerzählens. Die Fotos, die er mache, stelle er später in Sequenzen zusammen.

(rzr)

Die Ausstellung "Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air" von Akinbode Akinbiyi ist noch bis zum 17. Mai 2020 im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.

Mehr zum Thema

Fotokunst 2.0 - Warum Instagram ins Museum gehört
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 24.01.2020)

62. Verleihung der Goethe-Medaillen - Migration als Motor
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 28.08.2016)

Der Fotograf Akinbode Akinbiyi - Chronist der Großstadt
(Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 27.08.2016)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDer Manipulator mit Rollator
Harvey Weinstein verläßt, auf einen Rollator gestützt, die Verhandlung des Missbrauchsprozesses gegen ihn in Manhattan, New York, USA. (imago images / Kristin Callahan)

Harvey Weinstein gibt "das Bild eines rundum Impotenten" ab, wenn er sich zerzaust und auf eine Gehilfe gestützt zeigt, schreibt die "FAZ". So sei der ehemalige "König von Hollywood" weiterhin der "Manipulator" der Bilder, die er selbst schafft.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 21Ende der Lieblingssongs: Musik im Schauspiel
Szene aus "Hätte klappen können - ein patriotischer Liederabend" im Maxim Gorki Theater Berlin (imago/Drama-Berlin.de/ Barbara Braun)

Es ist unübersehbar: Immer mehr Theaterinszenierungen setzen auf Livemusik. Eine sichere Bank für Musiker – aber ist es künstlerisch wirklich immer sinnvoll? Im Gespräch mit dem Volksbühnen-Musiker Sir Henry fragen wir, was Musik für die Bühne sein kann und sollte.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur