Forscher finden offenbar neue Todesursache von Botticellis Muse

Durch Analysen von Gemälden glauben Forscher nach mehr als fünf Jahrhunderten eine neue Erklärung für den Tod von Botticellis Muse gefunden zu haben. Das berichtet die Zeitung "Le Monde". Simonetta Vespucci, das Modell des florentinischen Künstlers aus dem 15. Jahrhundert, soll demnach nicht an Tuberkulose gestorben sein, wie Historiker bisher annahmen. Mit ihrem melancholischen Gesicht und ihrem langen, welligen Haar wurde sie zu einem Symbol der Renaissance und soll Botticelli zu mehreren seiner weiblichen Figuren inspiriert haben. Durch Gesichtserkennung und 3D-Analyse von fünf Gemälden mit Vespucci gelangten Forscher zu der Einschätzung, dass ein Hypophysentumor die wahrscheinlichste Todesursache war. So soll zum Beispiel ihr leichtes Schielen auf dem Bild „Die Geburt der Venus“ auf eine Kompression des Sehnervs durch die Tumormasse zurückzuführen sein. Auch nach ihrem Tod im Jahr 1476 porträtierte Botticelli sie noch über Jahre hinweg.