Forscher entschlüsseln Herstellung von antikem farbwechselndem Glas

    Lykurgos-Becher. Spätantike, 4. Jahrhundert n. Chr. Vermutlich in Rom hergestellt. Ein Becher aus dichroitischem Glas mit einer mythologischen Darstellung.
    Nanopartikel von Gold und Silber im Glas beeinflussen den Forschern zufolge, wie das Licht die Farben zeigt. © imago images / ZUMA Press /
    Britische Wissenschaftler haben entschlüsselt, wie die alten Römer ein farbwechselndes Glas herstellten. Das berichtet die britische Zeitung ”The Guardian”. Die optische Technik, die in einem 1.600 Jahre alten Lykurgos-Becher im British Museum steckt, hatte Experten seit Jahrhunderten vor ein Rätsel gestellt. Je nach Position der Lichtquelle wechselt der Becher seine Farbe. Bei normaler Beleuchtung erscheint er jadegrün, von hinten beleuchtet hingegen rubinrot. Nun ist es Forschern der Universität Sheffield gelungen, dieses optische Verhalten mithilfe einer aus einem Fragment des Originals abgeleiteten antiken Rezeptur nachzubilden. Demnach wurden dem Glas Nanopartikel von Gold und Silber hinzugefügt. Da diese die Farben Blau und Grün abhängig vom Einfallswinkel des Lichts blockieren, erstrahlt das Glas dann in Rottönen. Im Jahr 2022 wurde der Becher als eines der sieben Glaswunder der Welt anerkannt.