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Kompressor | Beitrag vom 29.12.2016

Format nur mit FrauenHasswelle bei der "Auf Klo"-Redaktion

Lydia Meyer und Patrick Stegemann im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Screenshot aus dem Trailer der "funk"-Sendung "Auf Klo" (www.funk.net)
Screenshot aus dem Trailer der "funk"-Sendung "Auf Klo" (www.funk.net)

"Auf Klo" ist eine neue Sendung bei "funk", dem Jugendangebot von ARD und ZDF. Offenbar gefällt sie Frauenhassern gut. Die Redaktion verbringt viel Zeit damit, den Angriffen im Netz Paroli zu bieten. Manchmal helfen nur noch Ironie und Sarkasmus.

Patrick Stegemann und Lydia Meyer haben sich das Format "Auf Klo" für das "junge" ARD-Angebot "funk" ausgedacht - ausschließlich weibliche Protagonisten sprechen dort miteinander, und das tatsächlich in einer kleinen Klokabine, also in intimer Atmosphäre.

Überraschenderweise mussten sich die Redakteure nach einigen Folgen vor allem mit jeder Menge Hass beschäftigen – manche der "Auf Klo"-Folgen scheinen die Hater geradezu einzuladen.

Die "Auf Klo"-Protagonistinnen sind leider alle schon Ähnliches gewöhnt - weil sie entweder Frauen sind. Oder Frauen mit Migrationshintergrund. Oder aus der Queer-Community kommen und damit alle anziehen, die ihre Zeit damit verbringen, Frauen und Lesben und sonstwen online aus vollem Herzen zu verachten.

Viele "krasse" Hassbotschaften

Mit dem Hass müsse man umgehen lernen – und das jeden Tag neu, sagt Patrick Stegemann im Deutschlandradio Kultur. Es sei anfangs überraschend gewesen, wie viele Hassbotschaften gekommen und wie "krass" diese gewesen seien.

Das habe viel Zeit gekostet. Im Internet gebe es sogar Troll-Netzwerke, die Angriffe auf die Sendung gezielt planten. Inzwischen versuche die Redaktion, die Auseinandersetzung mit den Hassern "runterzuschrauben" und sich um wichtigere Dinge, die Community, zu kümmern. "Aber letztlich ist das ein Teil unserer Arbeit", sagt Stegemann.

Laut Lydia Meyer sind unter den Angreifern auch viele, die gegen den Rundfunkbeitrag zu Felde ziehen. Noch viel größer scheint aber die "Anti-Feministinnen-Gruppe" im Netz zu sein, die auf die Sendung vor allem durch die Einladung von Suzie Grime aufmerksam geworden seien, sagt Meyer. Grime ist Feministin, hat einen eigenen Youtube-Kanal und verbreitet dort selbstbewusst ihre Ansichten über Männer, Mode und andere Dinge.

Das Jugendangebot von ARD und ZDF heißt "funk" (Screenshot Youtube / Funk - ARD / ZDF)funk: Das Jugendangebot von ARD und ZDF (Screenshot Youtube / Funk - ARD / ZDF)

Meyer hat den Hatern inzwischen über die sozialen Medien auch mal grundsätzlich geantwortet:

"Ihr Lieben, wir finden es total super, das ihr so fleißig kommentiert und auch auf Twitter so viele konstruktive Tweets raushaut: Vergewaltigungswünsche, Morddrohungen, rassistische Kommentare. Das ist genau unser Ding, aber wisst ihr was? Wir machen jetzt Wochenende."

Das habe geholfen, so Meyer. Zwar sei der Kommentar "sehr überheblich", meint sie:

"Aber wir wussten wirklich nicht mehr, was wir machen sollen."

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