Förderverein für das Berliner Stadtschloss weist Kritik zurück

Der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, hat die Vorwürfe hinsichtlich des Umgangs mit Spendengeldern zurückgewiesen. Von Boddien bezeichnete es als Unterstellung, dass der Verein Spendengelder veruntreut habe.
Als erster Kulturförderverein in Deutschland verfüge man seit Dezember 2007 über das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Nach Angaben von Boddiens wurden die bisher gesammelten 15 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Stadtschlosses erst seit 2004 eingeworben. Zuvor habe der Verein für Öffentlichkeitsarbeit und einzelne Projekte um Spenden geworben. "Wir sind unglaublich stolz über die 15 Millionen in vier Jahren, weil wir sie trotz heftigsten Widerstands gesammelt haben."

Der Geschäftsführer des Fördervereins zeigte sich zugleich überzeugt, dass die veranschlagte Summe von 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Schlossfassade ausreichen werde. Nach den aktuellen Berechnungen auf der Grundlage der vorliegenden Angebote würden die Fassaden derzeit "zwischen 66 und 70 Millionen" Euro kosten, so von Boddien. Wenn man noch einen Sicherheitspuffer einbaue "liegen wir mit 80 Millionen völlig in trockenen Tüchern".

Von Boddien wies außerdem den Vorwurf des Architekten Philipp Oswalt zurück, wonach der Förderverein die Spenden sammle, um die Fassade selbst zu planen und herzustellen. Diese solle dann dem Bauherrn als Sachleistung übertragen werden, hatte Oswalt kürzlich im Deutschlandradio Kultur bemängelt. Dagegen betonte von Boddien, der Förderverein habe die Fassaden planerisch entwickelt. Die Baupläne und die erstellten Prototypen würden in eine noch zu gründende Stiftung eingebracht, die als Bauherr fungiere und vom Bund, dem Land Berlin und weiteren künftigen Nutzern des Schlossgebäudes getragen werde. Der Förderverein werde für die Stiftung gemeinsam mit dem Generalunternehmer des Baus die rekonstruierte Fassade abnehmen und dabei deren künstlerische Qualität kontrollieren. Diese Tätigkeit führt laut von Boddien dazu, dass "wir von den 66 Millionen Nettokosten vielleicht zehn, zwölf in Naturalien abgeben, nämlich in Form von diesen Prototypen". Für die gesamte Serienfertigung seien dagegen die Stiftung und der Generalunternehmer zuständig.