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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.04.2016

Flüchtlinge in der Türkei"Die Konflikte nehmen zu"

Christoph Laufens im Gespräch mit Oliver Thoma

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Ein weiblicher syrischer Flüchtling in Gaziantep, Türkei. Gaziantep liegt an der Grenze zu Syrien, hunderttausende Flüchtlinge leben bereits dort und der Wohnraum wird knapp. Deshalb wohnen mittlerweile Flüchtlinge in kleinen Läden wie diesen hier. (dpa / picture alliance / Uygar Onder Simsek)
Ein weiblicher syrischer Flüchtling in Gaziantep, Türkei. Gaziantep liegt an der Grenze zu Syrien, hunderttausende Flüchtlinge leben bereits dort und der Wohnraum wird knapp. Deshalb wohnen mittlerweile Flüchtlinge in kleinen Läden wie diesen hier. (dpa / picture alliance / Uygar Onder Simsek)

Fast drei Millionen Flüchtlinge leben mittlerweile in der Türkei, besonders in der Grenzregion zu Syrien ist die Lage kompliziert. Am Anfang war die türkische Bevölkerung sehr hilfsbereit - doch die Stimmung beginnt zu kippen, berichtet Christoph Laufens, der für die Welthungerhilfe im Land ist.

Die türkische Millionenstadt Gaziantep liegt an der Grenze zu Syrien, etwa 300.000 Flüchtlinge leben momentan hier. Insgesamt befinden sich zurzeit 2,7 Millionen registrierter Flüchtlinge in der Türkei - eine Mammutaufgabe für das Land. Unterstützung kommt von der Deutschen Welthungerhilfe, für die Christoph Laufens gerade als Koordinator in Gaziantep ist. 

Viele Flüchtlinge schlagen sich irgendwie durch

Besonders in den Grenzregionen sei die Situation schwierig, sagt Laufens. In manchen Grenzstädten gäbe es bereits mehr Flüchtlinge als die lokale Bevölkerung. Die Hilfsbereitschaft war groß, als die ersten Flüchtlinge kamen, doch allmählich kippt die Stimmung: "Die Konflikte nehmen zu", berichtet Laufens. "Und es ist schon zu Übergriffen auf syrische Geschäfte oder syrische Familien gekommen." Deshalb ist die Welthungerhilfe dort, sie leistet Nothilfe, versorgt die Ankommenden mit dem Nötigsten und unterstützt sie bei der Integration, zum Beispiel durch Sprachkurse. Denn nur etwa 15 Prozent aller Flüchtlinge leben in offiziellen Camps, der Rest ist bei Freunden oder Bekannten untergekommen oder schlägt sich anders durch. 

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