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Tonart | Beitrag vom 05.07.2018

Florence + The Machine: "High As Hope""So schön leidet gerade kaum jemand"

Christoph Möller im Gespräch mit Andreas Müller

Florence Welch mit ihrer Band Florence + the Machine beim Coachella Music and Arts Festival (imago stock&people/ZUMBA Press)
Florence Welch mit ihrer Band Florence + the Machine (imago stock&people/ZUMBA Press)

Vielen Fans gilt die Londoner Sängerin Florence Welch als "Königin des Drama-Pops". Nun ist ihr neues Album "High As Hope" erschienen. Musikkritiker Christoph Möller lobt, dass ihr Gesang darin leidend und zugleich aufmunternd klingt.

Als "Hohepriesterin der Popmusik" hat die Sängerin Florence Welch die britische Zeitung "Guardian" gefeiert, das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" meint, sie sei die "Königin des Drama-Pops". Es braucht offenbar Superlative, um Florence + The Machine zu beschreiben. Besonders ihre opernhafte Stimme begeistert die Musikkritik. Drei Alben hat sie bislang veröffentlicht, alle landeten auf Platz eins der britischen Charts. Nun ist mit "High As Hope" das vierte Album der Londoner Musikerin erschienen.

Pompöse Balladen

"Zunächst ist man ganz erschlagen von der Wucht, mit der Florence Welch über emotionale Themen singt", sagt Musikkritiker Christoph Möller im Deutschlandfunk Kultur. Drogen, Alkohol-Exzesse und Magersucht seien über 40 Minuten das einzige Thema. "Sie selbst und die vergangenen drei, vier Jahre, in denen sie Hotelzimmer zerstört, Freundschaften gebrochen und Liebschaften hinterhergeweint hat."

Das alles werde in pompösen Balladen verarbeitet, aber dann merke man, dass "High as Hope" für die Künstlerin gar kein Album zu sein scheine, sondern ein psychologisches Werkzeug, um wieder klarzukommen. Am Ende stehe die Hoffnung und Welch singe schließlich ein bisschen pathetisch davon, dass die Liebe eine wunderbare Sache sei.

Ihr Gesang sei leidend und zugleich aufmunternd, lobt Möller. Das vermittele sich sehr stark über ihre Stimme. "Die ist schon echt so ein Alleinstellungsmerkmal", sagt er. "So schön leidet gerade kaum jemand." Allerdings wirke die Musik mit einigem Klaviergeklimper manchmal etwas redundant. Andererseits sei dadurch viel Platz für die "tolle Stimme" der Sängerin.  

Das Buch zum Album

Zeitgleich sind Songtexte und Gedichte im fast 300-seitigen Buch "Useless Magic" von Welch erschienen. Die Ästhetik erinnere etwas an Märchenbücher, enthalte neben Texten auch Skizzen und Zeichnungen, sagt Möller. Für Fans enthalte das Buch persönliche Einblicke in ihr Leben. Möller spricht von einem "Psychogramm einer erfolgreichen Musikerin", die ihre Rolle im Popgeschäft reflektiere.

(gem)      

Florence Welch, Useless Magic. Lyrics and poetry, Penguin Verlag 2018, 288 Seiten, 20 Pfund.  

Der einzige Live-Konzertauftritt von "Florence + The Machine" ist am 13. Juli 2018 beim diesjährigen Melt Festival auf.

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