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Tonart | Beitrag vom 11.10.2018

Flo Hayler: "Ramones"Geschichten aus 101 Ramones-Nächten

Flo Hayler im Gespräch mit Carsten Beyer

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Die Ramones während eines Live-Auftritts (Imago)
Ihren treuesten Fans schickten die Ramones Weihnachtskarten (Imago)

Vielleicht besuchten nur die Ramones mehr Ramones-Konzerte als Flo Hayler. Der leitet inzwischen das Ramones-Museum in Berlin. Über seine Beziehung zu der Punk-Band hat er nun ein Buch, eine "Lebensgeschichte" geschrieben.

Vier junge Männer aus dem New Yorker Stadtteil Queens haben ab Mitte der 70er-Jahren Musikgeschichte mitgeschrieben. Die Ramones waren die Anführer der US-amerikanischen Punk-Bewegung und wurden mit ihrem Auftreten und mit ihrem Image zum Vorbild für Generationen von nachfolgenden Musikern und Musikfans.

Mittlerweile sind die Gründungsmitglieder der Ramones alle tot, aber noch immer gibt es Menschen, deren Leben durch diese Band nachhaltig geprägt wurde. Einer davon ist Flo Hayler. Er ist seit seiner Jugend Ramones-Fan und hat später das Ramones-Museum in Berlin gegründet. Nun hat Flo Hayler ein Buch geschrieben mit dem Titel "Ramones – eine Lebensgeschichte".

Hayler besuchte 101 Ramones-Konzerten 

Der Titel "Lebensgeschichte" sei durchaus ernst zu nehmen, sagt Flo Hayler, er habe die Ramones zu seinen eigenen Teenagerzeiten sehr häufig live erlebt (insgesamt 101-mal). Selbstverständlich hatte das einen großen Eindruck auf sein eigenes Leben. "Ich sehe immer noch so aus, wie vor 30 Jahren. Ich habe immer noch kaputte Hosen und T-Shirts an", sagt Hayler.  

640 Seiten, sehr viele Fotos, Briefe und Originaldokumente – man bekommt beim Lesen dieses Buches schnell das Gefühl, Hayler habe die Musiker besser gekannt, als sie sich selbst kannten. Bei dem Material konnte Hayler selbstverständlich auch aus den Schätzen seines Museums schöpfen, deren Bestand er über viele Jahre gesammelt und aufgebaut hat.

Ihre Lehre war "mach es selbst"

Bei aller Punk-Attitüde haben die Ramones ihre Fans stets sehr gut behandelt und ihnen unter anderem Weihnachtskarten geschickt. "Natürlich bin ich nicht der einzige Fan, der die bekommen hat. Aber es zeigt, was für ein Typ Johnny Ramone war. Wir waren damals 17 oder 18 Jahre alt, konnten schlechtes Englisch, sahen furchtbar aus. Wir haben blöde Fragen gestellt  und Johnny kommt und sagt: 'Ihr seid okay'", sagt Hayler lachend.    

Was aber hat die Ramones überhaupt zu so einer wichtigen Band gemacht? "Die Ramones haben immer gesagt: Niemand wird die Musik spielen, die du hören willst. Niemand wird den Laden aufmachen, in dem du Bier trinken willst. Niemand wir dir die Klamotten schneidern, die du tragen willst. Mach es einfach selbst."

Flo Hayler: "Ramones. Eine Lebensgeschichte"
Heyne, München 2018
640 Seiten, 48 Euro

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