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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 14.05.2014

FilmstartDas Riesenreptil ist zurück

"Godzilla" - von Gareth Edwards

Von Hannelore

"Godzilla" von Gareth Edwards: Ein Model mit Spielzeug-Godzillla war Gast bei der Premiere Dolby Theatre in Hollywood. (picture alliance / dpa)
"Godzilla" von Gareth Edwards: Ein Model mit Spielzeug-Godzillla war Gast bei der Premiere im Dolby Theatre in Hollywood. (picture alliance / dpa)

Godzilla hat schon in mehr als zwei Dutzend Filmen Furcht und Schrecken verbreitet. In der Adaption von Gareth Edwards zerstört die japanische Riesenechse ein Atomkraftwerk. Die visuellen Effekte sind spektakulär, die schauspielerischen Leistungen können dabei nicht mithalten.

Seit 1954 der erste Godzilla-Film aus Japan kam, versucht sich jede neue Generation von Filmemachern an der Visualisierung der japanischen Riesenechse, entstanden aus dem Trauma tödlich eingesetzter Kernenergie.

Godzilla mit seinen zerstörerischen Riesenkräften ist zum idealen Testfeld für die Möglichkeiten neuester Kinotechnik geworden. Godzilla war immer ein Katastrophenfilm, obwohl die Riesenechse a priori nie böse war. Und so greifen seriöse Kinovariationen immer auf das originäre Trauma der Atombombe und damit menschengemachter Mutationen zurück.

Also beginnt der neue Godzilla-Film mit Originalaufnahmen von Atomversuchen auf dem Bikini-Atoll, um in ein Geschehen zurückzugreifen, in dem 1999 ein japanisches Atomkraftwerk durch ein vermeintliches Erdbeben zerstört wurde und dabei Menschen ums Leben kamen, deren Spuren bis in die aktuelle Filmerzählung reichen.

Während Roland Emmerich den Godzilla-Stoff mit augenzwinkernder Nostalgie zu einem puren Katastrophenfilm machte, nimmt Regisseur Gareth Edward alles todernst. Fukushima, der pazifische Tsunami und das Einstürzen der Twin-Towers haben Bilder im kollektiven Gedächtnis hinterlassen, die das Kino nutzt. Japan, der Pazifik, die Küsten der USA und natürlich Manhattan sind Schauplätze des Kampfes der Monster, denn längst ist der Ehrgeiz des Menschen geweckt, aus diesen Urgewalten Profit zu schlagen.

Visuelle Effekte nicht zu steigern

So gibt es Wissenschaftler, die diese schlummernden Riesenkräfte versuchen (Ken Watanabe) und Soldaten, die im Kampf ihr Leben riskieren (Aron Taylor-Johnson). Und natürlich Menschen, die in Todesangst zu entkommen suchen (Elizabeth Olson). Aber während alle Kunstfertigkeit heutigen Kinos für die Kreation der Monster abgerufen wird, können die menschlichen Darsteller damit nicht Schritt halten.

Hier sind die Effekte einfach nicht zu steigern, Todesangst lässt sich eben nicht verdoppeln. So bietet der Film zwar spektakulär Neues, was den Godzilla-Mythos angeht, um am Ende klug auf das Original zurückzukommen, ansonsten aber viele visuelle Wiederholungen und umständliche Erklärungen, um den Zuschauer wenigstens einigermaßen logisch mit dem Getöse auf der Leinwand zu verbinden. Die Tonspur ist grandios, die Ausstattung und die Kämpfe der Giganten sind spektakulär, aber die Bewunderung des Publikums dürfte vor allem der Technik gehören. Selbst der beeindruckende Cast mit zum Beispiel Juliette Binoche, Sally Hawkins oder David Strathairn ist hilflos und versucht, wie auf einer Bühne zu deklamieren, um mit der Gigantomanie des restlichen Geschehens mitzuhalten.

 

"Godzilla"
USA, Japan 2014; Regie: Gareth Edwards;Darsteller: Aron Taylor-Johnson, Elizabeth Olson, Bryan Cranston, Juliette Binoche, Ken Watanabe, Sally Hawkins, David Strathairn; 123 Minuten, ab 12 Jahren

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