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Elektronische Welten / Archiv | Beitrag vom 27.05.2010

Filmgazetten, Blogs und Retro-Fernsehen

Surftipps im Mai

Von Jörg Schieb

In seinem Blog berichtet Alexander Gösdorf vom Leben als Schwerhöriger. (AP)
In seinem Blog berichtet Alexander Gösdorf vom Leben als Schwerhöriger. (AP)

Das Titel-Magazin bespricht im Internet Filme, die in den Massenmedien kaum beachtet werden. Alexander Gösdorf berichtet in seinem Blog, wie es sich als Schwerhöriger lebt. Und Retro-TV zeigt das Fernsehen, wie es früher war.

www.titel-magazin.de - Kulturberichte aufgeschlossen und kritisch

Anarchie oder Attitüde? Ein braver deutscher Dokumentarfilmer begleitete Russlands böseste Band "Leningrad" auf der Suche nach der russischen Seele - und hat einen Film darüber gemacht. "Leningrad", seit einigen Tagen in den Kinos.

Doch wie das mit Filmen von kleinen, unbekannten Produzenten so ist: In den auf Mainstream getrimmten Medien sind sie selten ein Thema, selbst in den Feuilletons muss man gut danach suchen.

Anders im Online-Magazin "Titel". Unter www.titel-magazin.de dreht sich alles um Kulturthemen. Ob Kino, Literatur, Musik, Sachbuch, Comic oder Theater: Das Titel-Magazin berichtet kompetent über aktuelle Themen, erklärt, ordnet ein und bewertet.

Gegründet wurde das Titel-Kulturmagazin bereits im März 2000. Das Ziel: Ein unabhängiges Magazin für eine kulturell aufgeschlossene und kritische Leserschaft zu etablieren. Die Macher wollen Kultur bewusst weniger akademisch betrachten als die klassischen Feuilletons in FAZ, Zeit und Co., aber auch nicht so populär und oberflächlich mit "Daumen rauf", "Daumen runter" oder Sternchen bewerten wie viele Massenmedien.

Das Titel-Magazin will beweisen, dass der Spagat zwischen Unterhaltungsanspruch und Qualitätssicherung gelingen kann. Und: Er gelingt. Das Themenspektrum ist breit, die Texte sind fundiert und verständlich, sie zu lesen macht außerdem Spaß. Das gilt vor allem für die Kolumnen in den verschiedenen Bereichen.

springhin.de/beethoven – Blog des Schwerhörigen Alexander Gösdorf

Wie hört sich schwerhörig eigentlich an?

Der Filmausschnitt aus dem Kinofilm "Snatch", in dem Brad Pitt unendlich nuschelt, macht in etwa deutlich, wie Schwerhörige ihre Umwelt wahrnehmen. Schwerhörige verstehen meist nur einen kleinen Teil – und das auch nur unter enormer Anstrengung, erklärt Alexander Gösdorf, der Betreiber der Webseite Notquitelikebeethoven, zu erreichen unter www.springhinde.de/beethoven.

Hier erklärt ein Schwerhöriger, wie sich das anfühlt, mit und ohne Hörgerät, wie man mit der Behinderung umgeht – aber auch, wie wir alle im Idealfall mit Schwerhörigen umgehen sollten.

Auf der Webseite gibt es einige Hörbeispiele von der Uni Wisconsin. Sie machen die unterschiedlichen Grade von Schwerhörigkeit deutlich und vielleicht auch ein bisschen die schwierigen Umstände begreifbar, unter denen Schwerhörige leben müssen.

Alexander Gösdorf erklärt das so: "Wie durch eine richtig dicke Wand, eine Burgmauer etwa" höre sich alles an. Still ist es dahinter trotzdem nicht. Dafür sorgt ein konstant laut pfeifender Tinnitus auf beiden Ohren. "Mit Hörgerät hören sich Gespräche an, als würden sie in einer Fremdsprache geführt, die man kaum kann", erklärt der Blogger.

Notquitelikebeethoven - nicht ganz wie Beethoven, so hat Alexander Gösdorf seine Webseite genannt. Weil er - wie Beethoven - unter Schwerhörigkeit leidet und mittlerweile fast taub ist. Aber anders als Beethoven, der mit 30 langsam aber allmählich ertaubt ist, will Alexander seine Behinderung nicht verdrängen, sondern damit umgehen lernen - und mit der Außenwelt in den Dialog treten. Über sein Blog.


www.retro-tv.de – Mehr als nur Nostalgie

Als es noch kein Internet und Youtube gab, da hat man zum Fernsehen noch – ganz altmodisch! – das Fernsehgerät eingeschaltet und im Sofa Platz genommen.

Und was gab es da zu sehen? Wer alt genug ist, kann sich womöglich erinnern – die Jüngeren sind vielleicht neugierig, wie Fernsehen früher ausgehen hat. Retro TV, zu erreichen unter www.retro-tv.de, ist für beide Zielgruppen interessant.

Denn Retro TV zeigt, was früher so im Fernsehen zu sehen war. Zum Beispiel die Fernsehserie "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger". Die Kultserie ist in den 60er-Jahren vom WDR produziert worden und wurde deutschlandweit ausgestrahlt. Ermittlungsarbeit ganz ohne Wackelkamera und ohne jede Hektik.

Herrlich, zwei gut gelaunte Moderatoren plaudern über das Fernsehen von einst. Sie nehmen sich dazu eine alte Fernsehzeitschrift, blättern darin herum und schwelgen in Erinnerungen. Sie begutachten Titelbilder und Anzeigen im Heft, gehört ja irgendwie auch dazu, und schauen, was damals so im Fernsehen gelaufen ist.

Die beiden erklären kenntnisreich, wie das damals alles gewesen ist, wie viele Folgen einer Serie ausgestrahlt wurden – und wie erfolgreich eine Sendung war.

Zugegeben: Das könnte man alles auch etwas kompakter haben, aber das Zusehen und Zuhören macht trotzdem Spaß, man lernt eine Menge oder erinnert sich im besten Fall sogar an früher. Jede Woche gibt es eine neue Folge von Retro-TV. Kostenloses Web-Fernsehen, liebevoll hergestellt und sehenswert.

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