Filmfestival Marseille - Aktionen gegen und für israelischen Regisseur Lapid

Die politische Lage im Nahen Osten führt zu einem weiteren Konflikt in der Kulturszene, diesmal rund um das Internationale Filmfestival in Marseille: Dort sollte der preisgekrönte israelische Regisseur Nadav Lapid im Juli Mitglied der Jury sein. Doch nach einem Boykottaufruf gegen ihn hat er seine Teilnahme abgesagt - um das Festival nicht in Schwierigkeiten zu bringen, wie die Zeitung Le Monde schreibt. Etwa ein Dutzend andere Regisseure hatten angekündigt, ihre Werke zurückzuziehen, sollte Lapid in Marseille dabei sein. Sie warfen ihm vor, dass er für seinen jüngsten Film „Yes“ auch Geld aus dem „Israel Film Fund“ erhalten hat, einem unabhängigen Fonds. Neben dem Boykottaufruf gab es aber auch einen offenen Brief hunderter Filmschaffender, die Lapid unterstützen. Sie nennen den israelischen Regisseur einen Dissidenten, der unermüdlich die Exzesse seiner Regierung und deren Verfehlungen in Filmen anprangert. Das berichtet die österreichische Zeitung "Der Standard".