Filme der Woche

Vorgestellt von Jörg Taszman |
In "Match Point" läuft Altmeister Woody Allen wieder zu Höchstform auf und liefert gleichzeitig keine typische Allen-Komödie, sondern eine scharf beobachtete Analyse der Klassengegensätze in England. "Domino" hingegen ist der Flop des Jahres.
"Match Point"
GB/USA 2005; Regie: Woody Allen; mit Scarlett Johansson, Jonathan Rhys-Myers u.a.

Der Ex-Tennis Profi Chris trainiert in London die Söhne und Töchter der gehobenen Gesellschaft. Schnell freundet er sich mit dem smarten Tom Hewett mit wohlhabenden Eltern an und verführt geschickt dessen Schwester Chloe. Als Chris aufs Landhaus der Hewetts eingeladen wird, trifft er beim Tischtennis auf die Amerikanerin Nola (Scarlett Johansson) , eine arbeitslose Schauspielerin, die mit Tom verlobt ist.

So sinnlich, so leidenschaftlich und tragisch wie in "Match Point" hat man Scarlett Johansson noch nicht gesehen. Denn Nola wird, nachdem Tom sie fallen lässt, zur Geliebten von Chris, der allerdings Chloe geheiratet hat. Und nun muss sich der arrivierte Dandy zwischen zwei Frauen entscheiden…

Woody Allen läuft in "Match Point" wieder zu ganz großer Form auf. Sein Blick auf eine Gesellschaft, in der das Glück oder Unglück von kleinen, bösen Zufällen abhängt, ist kompromisslos und bestechend.

Lesen Sie mehr über den neuen Woody Allen Film in dem Beitrag Parabel über Glück und Zufall.

"Domino"
USA 2005, Regie: Tony Scott; mit Keira Knightley, Mickey Rourke u.a.

Hollywood liebt "wahre" Geschichten, "True Stories": Die von Domino Harvey, einer Britin, die mit 20 das Leben in der High Society satt hatte und Kopfgeldjägerin wurde und in diesem Jahr im Alter von 35 Jahren starb, war durchaus spektakulär. Verfilmt hat sie nun Tony Scott, der sie als bunten, grellen, überlangen Videoclip inszenierte. Und so killt die Form mit Reißschwenks, Zeitlupen und einer nie ruhenden Kamera eindeutig den ohnehin wüsten Inhalt um eine Aktion der Kopfgeldjäger um Domino und ihre zwei Kumpel, die ganz besonders schief ging. Einer der spektakulärsten Flops des Jahres, der beweist: Auch die Zuschauer lassen sich nicht alles andrehen.
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