Fiktives AfD-Verbotsverfahren im Thalia Theater beginnt

Am Hamburger Thalia Theater wird in einer Inszenierung des Schweizer Regisseurs Milo Rau in einem fiktiven Gerichtsverfahren ein mögliches Parteienverbot der rechtspopulistischen AfD durchgespielt. Die Pseudo-Verhandlung dauert drei Tage und wird im Internet übertragen. Den Vorsitz hat die ehemalige Bundesministerin der Justiz, Herta Däubler-Gmelin, von der SPD. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) erklärte in seiner Eröffnungsrede: "Ich hoffe, dieser Prozess wird uns helfen, uns der Bedeutung und der Schutzwürdigkeit unserer Demokratie neu zu versichern". Unter dem Titel ”Prozess gegen Deutschland” argumentieren keine Schauspieler mit Textbuch, sondern rund 30 Experten, Kenner und Juristen. Darunter sind die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry, die ehemalige AfD-Abgeordnete Joanna Cotar (heute parteilos) und der Publizist Harald Martenstein. Als Prozessberichterstatter fungieren Reporter des "Hamburger Abendblatt". Bei den Theater-Aufführungen in der Hansestadt geht es auch um die Frage nach einem Social-Media-Verbot für alle unter 16 Jahren. Die Schlussreden finden am Sonntagnachmittag statt. Eine Hamburger Geschworenenjury soll anschließend das Urteil fällen.