Festival „Yiddish Summer Weimar“

Wenn zwei unterschiedliche Kulturen zusammenkommen

04:56 Minuten
Klarinettistin Susi Evans (l.) und die Akkordeonistin Szilvia Csaranko spielen zur Eröffnung des OpenAir Yiddish Summer im Juli 2020.
Auch in diesem Jahr werden viele Besucher und Besucherinnen zum Festival „Yiddish Summer Weimar“ erwartet. Hier spielen 2020 die Klarinettistin Susi Evans (l.) und die Akkordeonistin Szilvia Csaranko zur Eröffnung des Festivals. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt
Von Blanka Weber · 22.07.2022
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Das Festival „Yiddish Summer Weimar“ mit seinen Workshops und legendären Jam Sessions, Konzerten und Lesungen ist kein Geheimtipp mehr. In diesem Jahr reist das Jiddisch-Land, das mittlerweile weit über Weimar hinaus geht, ins Osmanische Reich.
Proben für das erste große Konzert in diesem Festival. „The Amber Gate“ – Das Bernstein-Tor. Griechisch-türkische Musik trifft auf jiddischen Sound und damit das griechische Smyrna Trio auf den Yiddish Summer:
„Zwei unterschiedliche Kulturen kommen zusammen, die zu einer frühen Zeit sehr ähnlich waren. Wir haben viel gemeinsam in der Musik, das macht uns besonders und deshalb sind wir einander auch so nah. Wenn wir spielen, kommt diese Nähe durch – der Funke springen einfach über.“
Sofia Papazoglou schenkt diesem Konzert ihre Stimme und die tiefe Sinnlichkeit des Gesangs, sie übernimmt den Klang und gibt ihn weiter. Es entstehen Bögen – gespielt auf der Violine von Kyriakos Gouventas und der Gitarre von Vassilis Ketentzoglou.
„Natürlich ist das intensiv, und das ist auch schön, auch diese Begegnung.“

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Christian Dawid –ist dem Festival seit vielen Jahren verbunden. Er spielt neben der Trompete - diverse Blasinstrumente und ist ebenfalls Teil dieses griechisch-jiddischen Musikprojektes:
„Es gibt immer eine Welt, in der man sich trifft und zu der alle einen verschiedenen Zugang haben. Und wenn wir uns da treffen, ist ganz, ganz vieles neu und scheint vertraut. Aber ist doch ein bisschen anders.“
Und genau darum geht es. Die Wurzeln der Kulturen und Musik zu beleuchten, ein Stück auch hervorzuholen und heute etwas Gemeinsames zu kreieren – ohne dem anderen die Identität zu nehmen.

Gibt es ein Jiddisch-Land im Osmanischen Reich?

Wie sieht also dieser Klang aus? Was macht die Jiddische Kultur an dieser Stelle so reich?
Alan Bern, der Festivalleiter, möchte mit seinen Musikern und Gästen genau diese Räume ausloten.
„In diesem Sommer thematisieren wir zum allerersten Mal die jiddische Kultur und die Rolle von jiddischen Musikern im Osmanischen Reich – und das ist ein unvorstellbar reichhaltiges Thema – was wir eigentlich die nächsten zehn Jahre locker annehmen können, ohne annähernd genug Zeit zu haben. Da sind so viele spannende Entdeckungen zu machen.“
Auch für ihn, der vor vielen Jahren bereits mit dem Ensemble „Brave Old World“ und dem „Smyrna-Trio“ auf der Bühne stand.

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„In meiner Rolle als Musiker freue ich mich natürlich total, wieder mit Kuriakos und Sofia zu spielen. Und diese Gruppe – The Amber Gate - ist für mich eine einzige Freude.“
Auch Michael Alpert ist dabei, langjähriger Gast des Festivals, einer der renommiertesten Vertreter für jiddischen Tanz, Sprache und Gesang.  
„Der Ort hier steht genau für dieses Zusammenspiel aus Musik und Tanz, aus sehr verschiedenen Aspekten der osteuropäischen jüdischen Welt – natürlich eng verbunden mit der Vergangenheit, aber eben auch mit zeitgenössischen Dingen. Wir feiern das und nennen es: Jiddisch-Land.“

Yiddish Summer Weimar 2022
14. Juli bis 20. August 2022
yiddishsummer.eu

Und genau dieses Jiddisch-Land ist auch gewachsen in den vergangenen beiden Jahrzehnten des Festivals. Viele Musiker und Musikerinnen haben hier gelernt oder geben jetzt in Workshops ihr Wissen weiter. Und die nächsten Generationen sind auch schon dabei:
„Ja, mehr Menschen beschäftigen sich heute damit, es gibt neue Interpretationen der jiddischen Kultur. Allein wir machen das jetzt seit mehr als 40, 50 Jahren – das Bewusstsein ist gewachsen und wir tragen dieses Jiddisch-Land einfach in uns – völlig egal, wo wir sind in der Welt.“
Ein Festival mit vielen musikalischen Einladungen, Vorträgen, Workshops, Begegnungen, Sprachkursen und Instrumentalgruppen … nicht nur für gestandene Musiker und Musikerinnen.

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