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Konzert / Archiv | Beitrag vom 27.05.2015

Festival Musica Electronica Nova WrocławElektronische Visionen

Aufzeichnungen aus Breslau

Die Komponistin und Festivalleiterin Elżbieta Sikora (Łukasz Rajchert/MEN)
Die Komponistin und Festivalleiterin Elżbieta Sikora (Łukasz Rajchert/MEN)

Die niederschlesische Metropole Wrocław ist ein Mekka der neuen, insbesondere der elektronischen Musik. Vier neue Werke vom Festival Musica Electronica Nova präsentieren wir an diesem Abend.

In Abänderung des gedruckten Programms bringen wir an dieser Stelle Aufnahmen vom Festival Musica Electronica Nova Breslau. Aufgrund des Streiks bei Radio France wurde das Pariser Gedenkkonzert zum Völkermord an den Armeniern leider nicht aufgezeichnet.

Seit einigen Jahren zeichnet die in Paris lebende Komponistin Elżbieta Sikora für das Programm der elektronischen Biennale verantwortlich.

Sikora wollte ihr Festivalkonzept wie eine Art musikalischer Atomforschung verstanden wissen, bei der sich die verschiedenen Elementarteilchen multimedialer Kunst - Klang, Licht, Bild, Bewegung, Raum und Zeit - um einen musikalischen Kern herum gruppieren. Und die niederschlesische Metropole Breslau wurde mit diesem Festival einmal mehr ihrem Ruf gerecht, eine junge, dynamische, aufgeschlossene und wohlhabende Großstadt zu sein, die in Polen und ganz Europa Maßstäbe setzt.

Natürlich brachte Elżbieta Sikora aus Frankreich einiges an Musik und auch viele Interpreten mit – zum Beispiel die "Klangverwalter" des IRCAM, der französischen Kaderschmiede für elektronische Musik. Oder aus dem Südwesten Deutschlands das Experimentalstudio des SWR, das sich mit dem polnischen Ensemble "Orkiestra Muzyki Nowej" (Orchester der Neuen Musik) zusammen getan hat. Am Dirigentenpult stand dabei Szymon Bywalec, der das zweite wichtige Breslauer Festival, die "Musica Polonica Nova" als künstlerischer Leiter kuratiert. Die Aufgaben teilte er sich in diesem Fall mit dem Leiter des Freiburger SWR-Experimentalstudios, Detlef Heusinger, von dem ebenfalls ein Werk zu hören ist. 

Neben europäischen Gästen präsentierte sich bei Musica Electronica Nova jedoch auch die starke lokale Szene mit vielen hoffnungsvollen Talenten, sowohl den komponierenden wie den interpretierenden. Der Chor des Nationalen Musikforums Wrocław zum Beispiel nahm im einen Konzert unter dem Titel "Voice revisited" das nicht spannungsarme Verhältnis zwischen menschlichem Gesang und elektronischem Klang unter die Lupe. Im Programm vertreten waren in diesem Fall der argentinische, in London lebende Komponist Alejandro Viñao und die in Graz wirkende polnische Komponistin Joanna Woźny.

Ein neues Werk zum Festival beigetragen hat auch die in Poznań arbeitende Künstlerin Lidia Zielińska. "Threesome" nimmt das Motto des diesjährigen Festivals sehr ernst, nämlich das Zusammenwirken von akustischen und elektronischen Klängen mit dem Bild, das entsprechend zur technisierten Klangwelt eben das "elektronische" Bild ist - das Video.

 

Musica Electronica Nova Wrocław

Karol-Lipiński-Musikakademie Wrocław

Aufzeichnung vom 21. Mai 2015

 

Alejandro Viñao

"Greed" für zwölf Sänger und Elektronik

 

Joanna Woźny

"Un altro ... di vento, di cielo" für gemischten Chor, Solisten und Elektronik

(Uraufführung)

 

Alejandro Viñao und Thomas Musil, Elektronik

Chor des Nationalen Musikforums Wrocław

Leiitung: Agnieszka Franków-Żelazny

 

Philharmonie Wrocław

Aufzeichnung vom 22. Mai 2015

 

Detlef Heusinger

"Abzweige" für Ensemble, Live-Elektronik und Video

 

Lidia Zielińska

"Threesome" für Streichquartett, Video, Streichorchester und Elektronik

(Uraufführung)

 

Experimentalstudio des SWR

Orkiestra Muzyki Nowej

Leitung: Detlef Heusinger, Szymon Bywalec

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