Fastnachtzünfte verteidigen umstrittene "Saublodere"-Tradition

    Schweineblasen hängen an einem Seil.
    Die Produktion von traditionellen Fastnachts-"Saublodere" übernehmen Metzger. © dpa / Bernd Weißbrod
    Karnevalisten in Baden-Württemberg haben die Tradition der "Saublodere" verteidigt. Was woanders im Schlachtabfall landet, gilt in Rottenburg und vielen anderen Fastnachtsorten der Region als Markenzeichen der Narretei: mit Luft gefüllte Schweinsblasen, die mit voller Wucht auf den Boden geschlagen werden, sodass die nach Urin stinkenden Blasen ohrenbetäubenden Lärm erzeugen – und nicht selten auch unvorbereitete Zuschauer treffen. Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzüfte betonte, man würde der Fastnacht ihren Sinn nehmen, wenn Essen, Trinken und das bewusste "Über-die-Stränge-Schlagen" eingedampft würden. Die Saublodere gehöre dazu, wie das bunte Ei zu Ostern. Fastnachtszünfte lassen sich die Schweinsblasen jedes Jahr von Metzgern liefern. Die "Saublodere" werden aufgeblasen und an Schnüren befestigt – teils an Holzstäben, teils am Genital eines geschlachteten Bullen oder am Schwanz einer Kuh. Laut der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzüfte dient die Schweinsblase als Neckinstrument und Krachmacher. Gleichzeitig stehe sie symbolisch für eine der Todsünden, die Eitelkeit: ein aufgeblasenes, hohles Nichts, das mitunter auch stinke.