Fantasy Football

Was das Spiel so attraktiv macht

04:43 Minuten
Fantasy Football auf einer Computer-Tastatur
Die Beliebtheit von Fantasy Football steigt in Deutschland schon seit einigen Jahren. © Imago / xkarenrx
Von Constantin Eckner · 11.02.2024
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Der Super Bowl in den USA zieht hunderte Millionen Menschen in seinen Bann. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Football-Interessierte, die sich mit der Sportart beschäftigen – wie das Beispiel Fantasy Football zeigt.  
Die Popularität von American Football wächst in Deutschland seit knapp einem Jahrzehnt stetig. Viele unterstützen ein spezifisches Team in der NFL, genießen aber auch generell das Spektakel in der US-Liga.
Ein Begleiter ist dabei Fantasy Football - ein Spiel, in welchem jeder Fan als Manager ein fiktives Team zusammenstellt und Punkte erhält, wenn die Spieler in der Realität gute Leistungen abliefern. Das erinnert an bekannte interaktive Fußball-Manager-Spiele.

"Ich kam vom Kicker-Online-Manager, den viele früher gespielt haben, zu Fantasy Football und habe dann festgestellt, dass das 'The Real Game' ist, weil es einfach fairer ist", sagt Dominik Sander, der Anhänger der New England Patriots und Mitglied des Fanclubs " PatriotsarmyNRW" ist.

Wichtige statistische Erfassung

Offensivspieler wie Quarterbacks und Wide Receiver werden beispielsweise für erzielte Raumgewinne und Touchdowns bewertet, Defensivspieler je nach Position für Tackles, abgewehrte Pässe oder auch Treffer gegen den Quarterback.
Anders als im Fußball ist die minutiöse statistische Erfassung von American Football ein wichtiger Teil des Sports. Das spiegelt sich auch in Fantasy Football wider.
Die große Hürde für den Football, speziell außerhalb der Vereinigten Staaten, besteht jedoch darin, dass es eigentlich zwei Gruppen von Fans gibt: Die einen genießen das Spektakel, ohne Spieler und Taktiken so richtig zu erkennen, die anderen sind Footballnerds.

"Das wichtigste Produkt der Liga ist das, was auf dem Feld passiert. Und da fließen auch die meisten Anstrengungen rein", sagt Tobias Steinfort, Verantwortlicher für Business Development innerhalb der NFL Deutschland.
"Aber nichtsdestotrotz sind die Themen, die darum herumpassieren, auch relevant. Fantasy Football ist zwar in dem Sinne ein Produkt, was um den Sport herumgebaut wurde, aber trotzdem ein wichtiges Produkt für den Sport, weil es den Fans hilft, sich mehr mit der Sportart auseinanderzusetzen."

Fantasy Football als Lernmöglichkeit

Auch Kai Esser, der als Journalist über die NFL berichtet, glaubt, dass Fantasy Football eine gute Lernmöglichkeit für interessierte Fans sein kann:

Das Spiel nimmt dich sehr an die Hand, weil es dir zeigt, das ist der fünftbeste Receiver, der beste Tight End, der drittbeste Quarterback. Es schadet nicht, Ahnung zu haben, aber am Ende des Tages ist es ein Spiel, was offen ist. Da kann jeder mitspielen - egal ob der jetzt nur dreimal im Jahr reinschaut oder sonntäglich immer vor dem Fernseher sitzt.

Journalist Kai Esser

Dominik Sander, der schon lange die NFL verfolgt, sieht zugleich eine Entwicklung im Drumherum:
"Es gibt sehr viele Podcasts über das Thema. Für Anfänger ist es mittlerweile viel einfacher da reinzukommen als vielleicht noch vor zehn Jahren."

Viele Wettanbieter betreiben Fantasyspiele

Die NFL selbst bietet ein Fantasyspiel an. Zugleich existieren viele weitere Versionen von Fantasy Football, besonders auf Plattformen von Wettanbietern.
"Die sind alle ein bisschen unterschiedlich. Wir freuen uns, wenn die Fans unser Produkt spielen und unsere NFL Fantasy App runterladen. Aber grundsätzlich freuen wir uns, wenn Fans sich mit der Sportart auseinandersetzen und Fantasy Football spielen", sagt Tobias Steinfort.

Kritiker sehen Suchtgefahr

Kritische Stimmen können behaupten, dass eine Suchtgefahr bei Fantasy Football existiert.
Dagegen spricht: Die Saison selbst läuft nur vier Monate, danach ist lange Pause, in der nicht gespielt werden kann. Zudem scheint der monetäre Aspekt zumindest hierzulande recht überschaubar.
Kai Esser sagt: "Wenn man da mit seinen Freunden um Geld wettet, dann geht es da um Monetäres. Aber ich glaube nicht, dass das so gefährlich ist, wie wenn man jetzt in einer Spielothek sitzt und da möglicherweise sehr viel Geld verbrennt. Das ist alles auf freiwilliger Basis. Wenn du kein Geld setzen willst, dann setzt du kein Geld. Das ist am Ende des Tages einfach nur ein Spiel."

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