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Interview | Beitrag vom 27.08.2019

Experte zu globalen Waldbränden"Wir werden die Rauchemissionen spüren können"

Alexander Held im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Satellitenaufnahme von Bränden in Brasilien  (imago / UPI Photo)
Satellitenbilder wie dieses zeigen Brände von "kontinentalem Ausmaß" in Brasilien, wie Alexander Held sagt. (imago / UPI Photo)

Es brennt nicht nur in Brasilien. In Zentralafrika wüten sogar noch mehr Brände mit mehr Emissionen, warnt der Forstexperte Alexander Held. Doch es fehle am politischen Willen zu einem globalen Feuermanagement. Den G7 wirft Held Aktionismus vor.

Über die von den G7 beschlossenen Hilfen für die Brandbekämpfung im Amazonas-Regenwald habe er schmunzeln müssen, bekennt Alexander Held vom European Forest Institute. Geld für Löschflugzeuge etwa sei "sehr symbolischer Aktionismus" und in der Realität "unnütz".

"Löschflugzeuge löschen keine Feuer", so Held im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur, "sondern Einsatzkräfte am Boden". Zu deren Unterstützung seien Flugzeuge da. "Aber wenn ich keine Bodenkräfte habe und die Dimensionen der Flächen sehe, die unter Flammen stehen - was wollen wir mit Löschflugzeugen dort anrichten?" Die Brände hätten ein "kontinentales Ausmaß"; schnell ließen sie sich schon gar nicht bekämpfen.

Emissionen wandern um den Planeten

Held weist aber auch darauf hin, dass es in Zentralafrika "deutlich mehr Feuer" gebe als in Brasilien. "Auch was die Emissionen angeht, kommt aus Zentralafrika deutlich mehr." Die Emissionen wanderten um den Planeten:

"Wir werden diese Rauchemissionen, die aus Zentralafrika oder Brasilien kommen, auch in anderen Kontinenten messen und spüren können. Es ist eine globale Aufgabe, Feuermanagment zu koordinieren, eine Strategie zu entwickeln, wie wir mit diesem Phänomen umgehen."

Allerdings fehlt nach Ansicht Helds der politische Wille, die Expertise der internationalen Feuercommunity zusammenzubringen und gemeinsam die Probleme in den Griff zu bekommen. Er selbst sei "etwas pessimistisch im Moment".

(bth)     

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