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Fazit | Beitrag vom 17.08.2019

Ex-Berlinale-Chef Dieter Kosslick erinnert an Peter Fonda"Er war ein großartiger Typ"

Dieter Kosslick im Gespräch mit Britta Bürger

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Peter Fonda (li.) lacht. Dieter Kosslick (re.) zeigt mit dem Finger auf etwas. (picture-alliance / dpa-Zentralbild / Sören Stache)
"Wir haben uns wirklich gut verstanden", sagt der ehemalige Berlinale-Chef Dieter Kosslick (re.) über Peter Fonda (li.). (picture-alliance / dpa-Zentralbild / Sören Stache)

Peter Fonda stand für das Lebensgefühl einer Generation. Das Image des Rebellen auf dem Motorrad wurde er nicht mehr los. Sein Film "Easy Rider" sei noch erschreckend aktuell, sagt Dieter Kosslick, der Fonda als einen politischen Menschen kennenlernte.

Gegen den Vietnamkrieg und das Establishment: Mit dem Film "Easy Rider" hat Peter Fonda vor 50 Jahren das Lebensgefühl der 68er ausgedrückt. "Easy Rider" sei ein Aufbruch gewesen, erzählt der langjährige Berlinale-Chef Dieter Kosslick.

Ein Film, der eine ganze Generation prägte und bis heute kaum an Aktualität eingebüßt habe, findet Kosslick:

"Es ist alles so geblieben. Die Politiker sind wieder da, die er damals meinte. Die gibt es immer noch oder schon wieder und zwar ziemlich heftig. Und dieses ganze Establishment, dieses ganze Geld, diese ganze Börse, all das, wo man dagegen war, das ist ja alles wieder da, und deswegen hat dieser Film immer noch seine Wirkung."

Politisch immer interessiert

Auch Peter Fonda blieb sein Leben lang politisch. Noch bis kurz vor seinem Tod legte er sich auf Twitter mit US-Präsident Trump an. Stets politisch interessiert und engagiert hat ihn auch Dieter Kosslick erlebt, als der Hollywoodstar nach Berlin auf die 54. Berlinale kam:

"Er hat sich auch auf der Berlinale politisch geäußert und hat auch über die Politiker ordentlich einen abgelassen, vor allem über die amerikanische Politik. Und er wurde ja gefeiert und bejubelt."

Allein in einem dunklen Raum

Er sei stets gut gelaunt gewesen, erinnert sich Kosslick, bis auf einen Abend. Da wurde Kosslick aufgeregt angerufen, Fonda säße in einem dunklen Raum und wolle nicht mehr rauskommen. "Ich bin dann da rein gegangen und es war wirklich stockdunkel, ich habe ihn erst nicht gesehen. Es war lautlos. Er hat sich nicht gerührt, ich hatte schon Angst, dass ihm was passiert ist", erzählt Kosslick. "Ich beugte mich zu ihm runter und sagte: 'Captain America'. Und plötzlich, als wäre es ein Codewort, stand Peter Fonda auf, legte den Arm um mich und sagte: 'Let's Go!'" Offensichtlich war Fonda der Trubel kurzzeitig zu viel geworden.

"Aber es ging alles gut aus, er war ein großartiger Typ", sagt Kosslick.

(nho)

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