Ewig lockt der Beethoven …

Von Haino Rindler |
Nach ihrer überragenden Einspielung von Schubert-Streichquartetten legt das französische Voce Quartett nach mit drei Quartetten von Ludwig van Beethoven … Und besteht die Herausforderung aufs Beste.
Man soll sich ja nicht von Namen blenden lassen. Aber wenn einer der renommiertesten französischen Musikforscher auf dem Gebiet des Streichquartetts, Bernard Fournier, den Booklet-Text verfasst, dann erfährt man nicht nur viel, sondern das steht auch für ein besonderes Niveau des Ensembles. Das kann man in diesem Fall wirklich sagen, denn Quatuor Voce wird zurzeit als eines der besten jüngeren Streichquartette weltweit gehandelt. Ihr neuen CD behandelt die Quartette op. 18/1, op. 59/2 und op. 95. Frühe, mittlere und abschließende mittlere Schaffensperiode auf einem Album. Das ist stilistisch eine Tour de Force, in der die Musiker ein bisschen ihren Mentoren vom Ysaye Quartett nacheifern. Aber trotz der Brüche fügt sich erstaunlicherweise alles in ein durchhörbares Ganzes. Allerdings könnte der Kontrast kaum größer sein, wenn op. 95 auf Beethovens erstes Quartett op. 18 trifft. Der dramatisch-gefestigte Beethoven läßt sich vom Newcomer sozusagen den Wind aus den Segeln nehmen. Das Quatuor Voce geht den stilistischen Feinheiten ganz konzentriert und konkret nach und zeigt sich in Punkto Technik und Agogik auf einem äußerst starken Niveau, das meisterliche Züge trägt.

Quatuor Voce: "Beethoven"
Label: Naive Classique

Quatuor Voce im Konzert am 27.09.2013, 20:03 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

Website von Quatuor Voce