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Konzert / Archiv | Beitrag vom 19.01.2013

Euroradio-Opernsaison

Verdis "Sizilianische Vesper" an der Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper (Walter Vorwerk)
Wiener Staatsoper (Walter Vorwerk)

Als "Sizilianische Vesper" wird der Aufstand der Sizilianer im März 1282 gegen die französische Fremdherrschaft bezeichnet. Auf diesem historischen Ereignis basierend, komponierte Verdi eine Oper um Liebe, Leidenschaft und patriotische Gefühle. "I Vespri Sciliani" war Giuseppe Verdis erster Auftrag für die Pariser Grand Opéra.

"Eine Oper mit fünf Stunden Musik bringe so viel Arbeit, dass man damit einen Ochsen zur Strecken bringen könne." Fünf Stunden lang dauert die "Sizilianische Vesper" von Giuseppe Verdi zwar nicht, doch der Weg vom Auftrag zur Uraufführung war mühselig und eine wahre Ochsentour.

Die Pariser Grand Opéra hatte Verdi diesen Auftrag erteilt. "Rigoletto", "La Traviata" und "Il trovatore" feierten in Italien so große Erfolge, dass man den Komponisten nun auch in Paris hören wollte. Für Verdi war das nicht nur eine besondere Ehre, sondern auch eine extragroße Herausforderung: das Paris Publikum war mit Massenchören und Ballettszenen verwöhnt, sein Librettist Eugène Scribe war vielbeschäftigt und wenig kooperativ, kurz vor Probenbeginn türmte dann auch noch die Primadonna. Dennoch wurde die Uraufführung im Juni 1855 ein Riesenerfolg.

"I Vespri Siziliani" gehört nicht zu Verdis populärsten Werken. "Ohrwürmer" sucht man vergeblich. Und doch beeindruckt die Oper mit überschwänglicher Farbenfreude, mit wunderschönen Arien, mit einer prächtigen Ballettszene und einem gewaltigen Finale.

Im Mittelpunkt stehen die unter der französischen Fremdherrschaft leidenden Sizilianer. Auch die attraktive Herzogin Elena träumt von der Befreiung. Sie verliebt sich in den tapferen Arrigo, der sich ganz allein durch die Welt kämpft und bald erkennen muss, dass sein Vater der Gouverneur Montforte ein Franzose ist. Verwirrungen und Missverständnisse. Wer ist Freund und wer ist Feind. Eine Hochzeit. Und ein verhängnisvolles Ende.

Die Wiener Oper eröffnete die aktuelle Opernsaison mit einer Inszenierung aus dem Jahr 1998 von Herbert Wernicke. Wie in der Premiere sang der Bass Ferruccio Furlanetto den Revolutionär Giovanni da Procida. Mit ihm auf der Bühne ein größtenteils neues Ensemble.



Euroradio-Opernsaison
Wiener Staatsoper
Aufzeichnung vom 15.09.2012


Giuseppe Verdi
"I vespri siciliani"
Oper in fünf Akten
Libretto: Eugène Scribe / Charles Duveyrier

Guido di Monforte - Gabriele Viviani, Bariton
Arrigo – Gregory Kunde, Tenor
Giovanni da Procida - Ferruccio Furlanetto, Bass
Herzogin Elena - Angela Meade, Sopran
Chor der Wiener Staatsoper
Wiener Staatsopernorchester
Leitung: Gianandrea Noseda


nach dem 3. Akt ca. 21:00 Uhr Pause mit Nachrichten

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