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Kompressor | Beitrag vom 22.08.2019

Erste Auswahl für Auslands-Oscar Gute Chancen für "Systemsprenger"

Lisa Hagmeister im Gespräch mit Timo Grampes

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Die Schauspielerin Lisa Hagmeister  bei der Pressekonferenz zu dem Film «Systemsprenger». (Gregor Fischer/dpa/picture alliance)
Die Schauspielerin Lisa Hagmeister (Gregor Fischer/dpa/picture alliance)

Der Film "Systemsprenger" geht als deutscher Beitrag ins Rennen um die Oscar-Nominierungen. Eine der Hauptrollen als Mutter einer aufsässigen Tochter spielt die Schauspielerin Lisa Hagmeister, die sich mehr Unterstützung für schwierige Kinder wünscht.

Der deutsche Film "Systemsprenger" hat den ersten Schritt zum Oscar geschafft: Das Psychodrama der Hamburger Autorin und Regisseurin Nora Fingscheidt wurde als deutscher Bewerber für den besten internationalen Spielfilm ausgewählt. Auf der diesjährigen Berlinale war der Streifen bereits mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet worden.

Hilfeschrei von Kindern

Der Spielfilm erzählt von einem aggressiven Mädchen, das verschiedene Pflegeeinrichtungen und Pflegefamilien durchläuft und das Jugendhilfesystem an seine Grenzen bringt. "Das ist total anstrengend, aber das ist zu jeder Zeit ein Hilfeschrei von diesen Kindern", sagte die Schauspielerin Lisa Hagmeister, die im Film die verzweifelte Mutter spielt. Der Film schaffe es, das Kind nicht als Monster darzustellen, sondern der Zuschauer entwickele Verständnis und Mitgefühl. "Alle umgebenden Figuren, die verlieben sich ja fast in dieses Kind." Dadurch stünden sie in einem inneren Konflikt.  

Liebende Mutter

Auf ihre Rolle habe sie sich nicht so stark vorbereiten müssen. "Das ist einfach eine Mutter, die ihr Kind sehr lieb hat, liebt, und eigentlich alles für dieses Kind tun will." Sie versuche wie jede Mutter, angemessen zu handeln. Angesichts ihrer Lebensumstände als Alleinerziehende aus einfachen Verhältnissen und mit wechselnden Partnern, versuche die Mutter das beste für ihr Kind zu tun und scheitere trotzdem daran. "Da konnte ich mich einfach nur reinversetzen." Sie wünsche sich für solche Mütter und deren Kinder mehr Unterstützung, sagte Hagmeister.

(gem)

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