Seit 20:03 Uhr Konzert

Sonntag, 17.11.2019
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 16.01.2014

Ernährung globalÜber den Tellerrand geschaut

Kulinarische Woche vom 16. bis 23. Januar 2014

Podcast abonnieren
Ist das Paprika aus Ungarn, China oder Afrika? (Stock.XCHNG / jean olufsen)
Ist das Paprika aus Ungarn, China oder Afrika? (Stock.XCHNG / jean olufsen)

Aus Anlass der Internationalen Grünen Woche in Berlin dreht sich in unserer Sendung Weltzeit alles um die Ess- und Trinkkultur. Wir berichten über Wiener Würstchen, die in Österreich als Kulturgut gelten, die Sortenvielfalt britischer Orangenmarmelade und das ungarische Nationalheiligtum: die Paprika.

Als passende Getränke serviert die Weltzeit wahlweise frischen Wein aus China, bei Bedarf schwere Portugiesen aus dem Weltkulturerbe Douro-Tal oder einen alten Franzosen namens Cognac, der hierzulande zwar kaum noch getrunken wird, dafür aber reißenden Absatz in China, Russland oder Amerika findet.

Als leichteres Gegengewicht zu den sonst eher harten Themen sieht Redakteurin Angelika Windloff die Reihe. Über die jeweilige Ess- und Trinkkultur erfahre man auch viel über das Land selbst. 

Wir senden die Serie erscheint anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Hier das Programm:

Brokkoli (Stock.XCHNG - Rainer Berg)Der neue Ernährungspurismus in den USA. (Stock.XCHNG - Rainer Berg)

Brokkoli ohne alles

Die Anregung für den Beitrag "Amerika will Abnehmen – Gemüse gegen die Pfunde" (Donnerstag, 16.1.) hat  Angelika Windloff von einer Reise in die USA mitgebracht. Dort gäbe es nun neben großen Bioketten in Restaurants den Trend "Gemüse pur". Statt Hamburger, Hotdogs und Muffins bestellt man nun hart gekochten Brokkoli ohne alles.

ARD-Korrespondent Stephan Ozsváth dagegen ist der Spur des "roten Goldes" gefolgt: der Paprika. Das ungarische Gewürz steht gemeinsam mit Puszta und Piroschka für das, was den Nationalcharakter des Landes ausmachen soll. Doch das rote Gold kann in Ungarn nicht mehr gewinnbringend angebaut werden. Die Branche ist von Lieferanten aus China, Spanien und Afrika, bedroht. Das berichtet Ozsváth im Beitrag "Der Stolz einer Nation" (Montag, 20.1.).

Ein Getränk für gewisse Stunden

Cognac verbindet man hierzulande mit dem Charme der 50er-Jahre und politischen Hinterzimmern. In Russland, China oder Amerika brummt dagegen der Cognac-Markt, wie im Beitrag "Ein alter Franzose als Exportschlager" (Dienstag, 21.1.) erklärt wird. Dabei darf sich nur Cognac nennen, was tatsächlich aus Trauben aus der südwestfranzösischen Region rund um die Stadt Cognac destilliert wurde.

Geschmacksneutrale Kunstnahrung für gestresste Nerds, die keine Zeit für Mahlzeiten verschwenden wollen, hat ein amerikanischer Ingenieur entwickelt (Mittwoch, 22.1.). Die Flüssigkeit enthält alle Vitamine und Spurenelemente, die der Körper benötigt.

Ich wollt, ich hätt' ein Huhn …

Immer mehr Pariser halten sich Hühner, wenn sie in der glücklichen Lage sind, einen Garten zu besitzen. In Lebensmittelgeschäften kann man sie lebend kaufen – samt Zubehör. "Der Trend zum eigenen Ei" – ein Bericht der ARD-Korrespondentin Daniela Kahls (Donnerstag, 23.1.).

Alle Sendungen im Überblick:

Donnerstag, 16.1., 18:07 Uhr

Keine Wurstbuden - Die Würstelstände als Wiener Kulturgut
Von Karla Engelhard (Wien)

Amerika will abnehmen - Gemüse gegen die Pfunde
Von Claudia Sarre (New York)
Amerika will abnehmen - Gemüse gegen die Pfunde
Burger, French Fries und Hot Dogs. In kaum einem anderen Land der Erde wird so viel Fast Food konsumiert wie in den USA. Der Anteil der Fettleibigen an der Bevölkerung liegt bei rund 36 Prozent. Doch langsam setzt ein Umdenken ein. Bio-Lebensmittel, Wochenmärkte und Naturkostläden erfahren einen Boom. Immer mehr Amerikaner verlangen nach frischen Waren. Bislang waren sie in einigen Landesteilen Mangelware, doch nun breiten sich teure Bio-Supermarktketten aus. Was einst in Trend-Metropolen wie New York und San Francisco begonnen hat, schwappt allmählich als Bio-Welle übers ganze Land.

Montag, 20.1. , 18:07 Uhr

Das Herz von Wien – Wie das Café Hawelka zur Legende wurde

Von Karla Engelhard (Wien)

Ein Stück Kuchen im Café (Deutschlandradio - Daniela Kurz)Das legendäre Ehepaar Hawelka lebt nicht mehr - aber die Familie führt das berühmte Café weiter. (Deutschlandradio - Daniela Kurz)

Der Stolz einer Nation – Paprika aus Ungarn

Die Türken sollen Paprika einst nach Ungarn gebracht haben. Heute ist Ungarn ohne Paprika kaum vorstellbar. Das Gewürz steht gemeinsam mit Puszta und Piroschka für das, was den Nationalcharakter des Landes ausmachen soll. Als Paprika-Hauptstadt gilt das südungarische Kalocsa. Auf den Feldern ringsum wird das sogenannte rote Gold angebaut. Allerdings längst nicht mehr kostendeckend oder gar gewinnbringend. Was früher eine boomende Branche war, ist heute bedroht: Von Lieferanten aus China, Spanien und Afrika, die Paprika weitaus billiger verkaufen.

Von Stephan Ozsváth (Wien)

Orangen liegen bei einem Obsthändler im Bezirk Steglitz in Berlin. Die Zitrusfrüchte enthalten besonders viel Vitamin (picture alliance / dpa/ Wolfram Steinberg)Welche Nation isst welche Orangenmarmelade am liebsten? (picture alliance / dpa/ Wolfram Steinberg)

Dienstag, 21.1., 18:07 Uhr

Teuer und very british – Orangenmarmelade von Tiptree

Von Gaby Biesinger (London)

Ein alter Franzose als Exportschlager – Der Cognac-Markt brummt

Auch wenn Cognac in Deutschland oder Frankreich nur noch wenig getrunken wird, in Russland, China oder Amerika sieht das ganz anders aus. Der weltweite Cognac-Markt brummt und so haben die über 5000 französischen Cognac-Winzer keinen Grund zur Klage. Dabei darf sich nur Cognac nennen, was tatsächlich aus Trauben aus der südwestfranzösischen Region rund um die Stadt Cognac destilliert wurde. Die Cognacherstellung ist schließlich urfranzösisches Handwerk.

Von Daniela Kahls (Paris)

Mittwoch, 22.1., 18:07 Uhr

Das bisschen Essen – Ein amerikanischer Ingenieur erfindet Kunstnahrung

Von Wolfgang Stuflesser (Los Angeles)

Manchmal besser als der Ruf – Weinanbau in China  

China gilt nicht als Weinland, obwohl die Volksrepublik jährlich Millionen von  Hektolitern an Wein produziert – vor allem für den chinesischen Markt. International hat Wein aus China allerdings nicht gerade den besten Ruf. Vor allem wegen der vielen Skandale: Da wird schon mal heimischer Traubensaft mit ausländischen Weinen gemischt oder Weißwein mit ein paar Tricks in Rotwein verwandelt. Aber das könnte sich bald ändern. Im Nordwesten Chinas macht eine neue Weinregion von sich reden – Ningxia, eine der kleinsten und ärmsten Provinzen des Landes.

Von Ruth Kirchner (Peking)

Donnerstag, 23.1., 18:07 Uhr

Der Trend zum eigenen Ei - Immer mehr Franzosen halten Hühner

Von Daniela Kahls (Paris)

Jenseits der Krise - Das Douro-Tal in Portugal

Fast 100 Kilometer windet sich der Douro durch Portugal bis zu seiner Mündung in den Atlantik. Dort, nordöstlich der Handelsstadt Porto, liegt das älteste offiziell ausgewiesene Weinbaugebiet der Welt. Seit 1758 wird aus den Trauben der Region  Portwein  gekeltert. Heute ist das Douro-Tal Weltkulturerbe, wo neben dem Portwein auch andere Weltspitzenweine produziert werden. Trotzdem mussten vor allem kleinere Winzer in den Hochzeiten der Krise heftige Umsatzeinbrüche hinnehmen. Jetzt haben zumindest die Besitzer der großen Güter wieder Grund zum Feiern.

Von Jochen Faget

Angelika Windloff, Redakteurin Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio - Bettina Straub)Angelika Windloff, Redakteurin Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Angelika Windloff, Redakteurin und Moderatorin der Sendung: "Wir können nicht alle nur vegan sein - darum setzen wir den Bioboom in den USA auch gegen die Wiener Würstelbude, wo die Besucher aus dem Theater auch spätabends noch Schlange stehen."

Weltzeit

Ein Jahr Wut-FranzosenGelbwesten-Protest verliert Zulauf
Demonstrantinnen in gelben Westen recken Fäuste in die Höhe und skandieren offenbar etwas.  (AFP/ Sebastien Bozon )

Weitaus weniger Gelbwesten demonstrieren inzwischen gegen die Regierung. Präsident Macron punktete beim großen Bürgerdialog, erhöhte den Mindestlohn, entlastete Rentner finanziell und nahm die Steuererhöhung auf Benzin und Diesel zurück.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur