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Kompressor | Beitrag vom 14.08.2020

Epic gegen Apple & GoogleKampf der Kapitalismus-Giganten

Marcus Richter im Gespräch mit Gesa Ufer

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Auf einer Bühne stehen Menschen in Kostümen. (imago images/Kyodo News)
Vorstellung des Spiels “Fortnite” von Epic Games im Juni 2019 in Los Angeles. (imago images/Kyodo News)

Das Computerspiel Fortnite der US-Firma Epic wird von Millionen Menschen gespielt. Apple und Google haben es jetzt aber aus den App-Stores entfernt. Im Internet tobt nun ein "Freiheitskampf", bei dem es allerdings weniger um Freiheit geht.

Fortnite gibt es nicht mehr. Zumindest in den App-Stores von Apple und Google. Das Computerspiel wird von Millionen Menschen weltweit gespielt und ist ein prägender Bestandteil von Popkultur der letzten Jahre. Die beiden bekanntesten Plattformen für Smartphone und Apps haben es jetzt gesperrt.

Epic, die Firma hinter Fortnite, gibt sich kämpferisch! #FreeFortnite – Freiheit für Fortnite – ist das Hashtag, das lanciert wird, die Anmutung ist also Rebellion! Freiheitskampf! Oder doch nur Marktgerangel kapitalistischer Firmen? Darüber sprechen wir mit dem Medienjournalist Marcus Richter.

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Fortnite sei aus den App-Stores entfernt worden wegen der Bezahlmöglichkeiten, sagt Marcus Richter. In dem kostenlosen Spiel könne man Dinge kaufen und bisher mussten diese Bezahlvorgänge über die Betreiber Apple oder Google abgewickelt werden, die dafür Provision kassiert hätten. Epic habe im Spiel jetzt eine direkte Zahlungsmöglichkeit installiert, die nicht den Richtlinien entspreche, deshalb sei das Spiel aus den App-Stores geflogen, erläutert Marcus Richter. 

Apples Marktmacht

Die grundsätzliche Kritik an Apple sei berechtigt, so Marcus Richter: Das Unternehmen habe eine Monopolmacht. Zudem sei Apple in der Zulassung von Apps sehr intransparent. Immer wieder berichten Entwickler und Entwicklerinnen, dass Apps ohne Begründung gesperrt worden sein sollen. Apple nutze seine Macht, sagt Richter. Das sei bei Android-Smartphones zwar ähnlich. Es gebe aber einen wichtigen Unterschied: Bei Androids könnten auch andere App-Stores installiert werden, auch wenn Google natürlich am meisten vertreten sei, sagt Marcus Richter.

Fans werden instrumentalisiert

Das Ganze sei auf jeden Fall eine "konzertierte Aktion". Das Unternehmen Epic bereite zurzeit auch eine Klage gegen Apple vor. Daher würden alle Beteiligten genau wissen, was gerade vor sich gehe. Vielmehr würden für diesen Kampf der Tech-Giganten, in dem es um sehr viel Geld gehe, die Fans instrumentalisiert, kritisiert Marcus Richter, und das habe schon ein Geschmäckle.

(jde)

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