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Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.10.2013

"Ende" von She She Pop

Performancekollektiv im Berliner Hebbel am Ufer (HAU)

Von Elisabeth Nehring

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Die Performancegruppe She She Pop (Stefanie Hermann)
Die Performancegruppe She She Pop (Stefanie Hermann)

Das Performancekollektiv She She Pop fragt sich, was wo hin gehört. Diese Schlüsselfrage habe am Anfang der Erschaffung der Welt gestanden - dem Anfang vom Ende. She She Pop übernehmen die vorgegebenen Rollen von Gott, Menschen, Eva, Adam, Tieren, Pflanzen und den Cherubim.

Nach ihren Erfolgsproduktionen "Testament" und "Schubladen" präsentiert die Performacegruppe She She Pop ihr jüngstes Stück "Ende" im Berliner HAU3. "Ende" entspinnt sich entlang der biblischen Schöpfungsgeschichte: sieben Tage und Nächte, Gott, Adam und Eva sowie die Himmlischen Heerscharen treten auf in Person von Mieke Matzke, Sebastian Bark, Ilia Papatheodouro und Lisa Luccassen.

Entfernt verwandt mit biblischen Motiven, stehen eindeutige Zuordnungen – Gott versucht Ordnung zu schaffen, Eva beschäftigt sich mit ihrer und ganz grundsätzlich mit Weiblichkeit, Adam gibt sich ganz der christlichen Selbstkasteiung hin und die Himmlischen Heerscharen singen, dass man sich wünscht, sie würden nie aufhören neben biographischen Schnipseln und grundsätzlichen, auch existenziellen Fragen nach Weiblichkeit, Ordnungs- und Sinnzusammenhänge.

Zunehmend schleichen in den typisch She-She-Pop-haften, sehr sympathischen, dezenten und witzigen Performancestil bittere Töne und düstere Bilder, bis Gott am Ende des siebten Tages sich zur Ruhe oder zum Sterben legt.

Bei der Premiere hatte die hintersinnige Mischung aus Alltag und existenziellen Momenten, Biographischem und Grundsätzlichem, Ernst und Witz, Komik und Pessimismus noch ziemliche Längen und nicht jede Szene entwickelte die nötige Dynamik – Probleme, die die großartigen Performancekünstlerinnen und –künstler zweifellos schnell beheben werden.

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