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Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.10.2019

Emmanuelle Haïm bei den Berliner PhilharmonikernWasserfestes Feuerwerk

Moderation: Mascha Drost

Die französische Dirigentin und Cembalistin Emmanuelle Haïm (imago images / Leemage)
Frau für alle Wetterlagen: Die französische Dirigentin und Cembalistin Emmanuelle Haïm (imago images / Leemage)

Bei der Uraufführung fiel Händels "Feuerwerksmusik" ins Wasser, heute ist sie ein wetterfester Repertoire-Schlager für alle Gelegenheiten. Und wenn Emmanuelle Haïm am Pult steht, auch für die Berliner Philharmoniker.

Seit ihrem Debüt 2008 ist die französische Barockspezialistin Emmanuelle Haïm regelmäßig zu Gast bei den Berliner Philharmonikern. In diesem Konzert kombiniert die französische Dirigentin und Cembalistin Georg Friedrich Händels imposante "Music for the Royal Fireworks" mit seiner frühen und selten gespielten Kantate "Apollo e Dafne", dazu kommt eine Suite aus Henry Purcells Semi-Opera "The Fairy-Queen".

Shakespeares "Sommernachtstraum" war für Purcells Werk nicht mehr als die Inspiration zu einem buntes Schauspiel-Masken-Musiktheater. Zu vergleichen am ehesten mit den burlesken Intermezzi der Italiener oder den gesungenen und getanzten Divertissements der französischen Tragédie en musique.

Wenn Griechenland und China in England zusammenkommen

Und auch musikalisch bediente sich Purcell beim europäischen Festland und darüber hinaus – eine exotische Fantasterei beendet das Werk mit einem Potpourri aus griechischer Mythologie und modischer Chinoiserie.

Händels "Feuerwerksmusik" fiel bei ihrer Uraufführung ins Wasser und ging gleichzeitig in Flammen auf – doch trotz Regens und brennendem Pavillon wurde das Werk ein spektakulärer Erfolg, was nicht zuletzt an der monumentalen Besetzung lag: jeweils neun Trompeten und Hörnern, 24 Oboen, 12 Fagotte, ein Kontrafagott, drei Paar Kesselpauken und Militärtrommeln.

Letzte Rettung Lorbeerbaum

Dagegen ist die frühe Kantate "La Terra è liberata" oder "Apollo e Dafne", die nach Hänbdels italienischen Lehrjahren entstand, ein Opern -Drama mit reduziertesten Mitteln. Händel inszeniert die Geschichte um die Nymphe Dafne, die von Apollo verfolgt wird und Rettung einzig in der Verwandlung in einen Lorbeerbaum findet, ohne äußerlichen Pomp und rein musikalisch.

Von Arie zu Arie gerät die heile Welt des Naturwesens immer stärker ins Wanken, wird der vom goldenen Liebespfeil getroffene Gott immer zudringlicher, bis seine rasende Leidenschaft in einer anrührenden Klage um die verwandelte Angebetete Frieden findet.

Philharmonie Berlin, Aufzeichnung vom 17.10.2019

Henry Purcell
Suite aus der Semi-opera "The Fairy Queen"

Georg Friedrich Händel
Music for the Royal Fireworks D-Dur HWV 351

Georg Friedrich Händel
"Apollo e Dafne", Kantate HWV 122

Lucy Crowe, Sopran
Florian Sempey, Bariton
Berliner Philharmoniker
Leitung: Emmanuelle Haïm

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