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Neue Musik | Beitrag vom 19.05.2020

Elisabeth Schimana, Pionierin der elektronischen MusikReisen ins Innere der Maschinen

Von Florian Neuner

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(Tom Mesic)
In der elektronischen Musikszene Österreichs zählt Elisabeth Schimana zu den Pionieren. (Tom Mesic)

Die Aktivitäten der Komponistin, Musikerin und Medienkünstlerin Elisabeth Schimana umfassen Klanginstallationen und radiophone Arbeiten ebenso wie Musiktheater und die Auseinandersetzung mit historischen analogen Klangmaschinen.

Seit dem Beginn ihrer Auseinandersetzung mit elektroakustischer Musik in den achtziger Jahren stand für Elisabeth Schimana die Frage nach der Positionierung der Klänge im Raum im Mittelpunkt ihres Interesses – wobei es ihr nicht nur um die realen, gebauten Räume geht, sondern auch die virtuellen im Hörfunk oder im Internet. Als Performerin arbeitet sie mit Live-Elektronik, aber auch mit historischen, analogen Klangerzeugern. Bei einem Aufenthalt in Moskau studierte sie das Theremin, aber auch mit dem Max Brand Synthesizer hat Schimana gearbeitet. Ein Stück für den Max Brand Synthesizer trägt den Titel »Höllenmaschine«.

Komponistinnen im Fokus

Gemeinsam mit Andrea Sodomka gründete Elisabeth Schimana 2005 das Institut für Medienarchäologie (IMA), das keinen musealen Blick auf die historischen Klangmaschinen wirft, sondern Musiker dazu einlädt, mit ihnen zu arbeiten. Aber auch eine andere Frage beschäftigte das IMA: »Wo sind eigentlich die Frauen in der elektronischen Musik?« Antworten lieferte Schimana u. a. mit der Ausstellung »Hidden Aliances«, die 2018 bei der Ars Electronica in Linz gezeigt wurde und Künstlerinnen wie Maryanne Amacher, Beatriz Ferreyra und Liesl Ujvary porträtierte. Milena Meller schreibt über Schimana: »Im Spannungsfeld zwischen Konzept und Experiment überträgt sie häufig außermusikalische Konstruktionsprinzipien auf musikalische Strukturen und übersetzt wissenschaftliche Daten in musikalische.«

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