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Thema / Archiv | Beitrag vom 31.03.2009

"Eine ungeheure Verdrehung der Debatte"

Bischof Huber wirbt für vorurteilsfreien Umgang mit Veranstaltung "ProChrist"

Bischof Wolfgang Huber (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Bischof Wolfgang Huber (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Der Berliner Bischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat seine Unterstützung für die Missionsveranstaltung "ProChrist" erklärt.

Er lasse keinen Menschen, der Mitglied der Kirche sei, außen vor und habe es noch nie einleuchtend gefunden, dass Dialogverweigerung, Ausgrenzung und Angst vor dem Gespräch mit anderen ein guter Ratgeber sein könne, sagte Huber an Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Er wandte sich insbesondere gegen Vorwürfe, Veranstaltungen wie "ProChrist" seien ein Indiz für den Vormarsch der Evangelikalen in Deutschland.

"Ich bin außerordentlich irritiert durch diejenigen Stimmen, die uns neue Formen der Abgrenzung, des verweigerten Dialogs nahelegen wollen. Das kann ich überhaupt nicht gut finden", so der EKD-Vorsitzende wörtlich. In die Begegnungen mit solchen Aktivitäten wie "ProChrist" solle man offen und vorurteilsfrei hineingehen. "Wenn es inhaltlich etwas zu kritisieren gibt, dann soll man es kritisieren. Aber man soll jetzt keine Angstfiguren aufbauen."

Im Kern sei diese Bewegung in die Landeskirche eingebunden. Diese eigenständige, in Deutschland beheimatete Frömmigkeitsrichtung, verbinde sich jetzt zwar an der einen oder anderen Stelle mit Einflüssen aus den USA, so Bischof Huber weiter. "Aber es ist vollkommen unrichtig wenn man beispielsweise "ProChrist" als eine Amerikanisierung deutscher Verhältnisse anschauen würde", so der EKD-Vorsitzende.

Er freue sich über die Resonanz die "ProChrist" habe. "Hoffentlich werden viele erreicht, die infolge der DDR-Geschichte den Glauben an Gott verlernt haben und ihn jetzt hoffentlich wieder buchstabieren lernen." Wenn er deswegen auch für missionarische Aktivitäten eintrete, dann erlebe er manche, die ihm sagten, er sei offenbar evangelikal geworden, weil er für Mission sei, so Huber weiter. "Da haben wir eine ungeheure Verdrehung der Debatte."

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 31.8.09 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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