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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 15.12.2018

Eine Lange Nacht über Wilhelm BuschGenialer Wortschöpfer und Sonderling

Von Maria Franziska Schüller

Eine Porträtaufnahme des Autors und Zeichners Wilhelm Busch.  (imago stock&people)
Die Zweizeiler Wilhelm Buschs (1832-1908) sind fester Bestandteil der deutschen Alltagssprache geworden. (imago stock&people)

Wie kaum ein Zweiter hat Wilhelm Busch die deutsche Sprache geprägt. Der Autor von "Max und Moritz" hinterließ aber nicht nur als Schriftsteller und Alltagsphilosoph seine Spuren. Auch als Zeichner setzte er dem Spießertum der Gründerzeit ein Denkmal.

Er ist der in Deutschland meistgelesene Schriftsteller des 19. Jahrhunderts und gleichzeitig eine Art Eckensteher der deutschen Literaturgeschichte, der mit spitzer Feder sowohl aufspießte als auch liebevoll porträtiert, was er sahr. Der 1832 geborene Wilhelm Busch gilt manchen als einer der größten Wortschöpfer der deutschen Sprache, der weit mehr zu bieten hat als "Max und Moritz" und "Die fromme Helene".

Zwei Zeilen reichen aus

Bekannt ist er als Satiriker, als Meister der Bilderposse, aber kennen wir ihn wirklich – den Sonderling, Satiriker, den Großvater des Comic? War der ewige Junggeselle ein Frauenhasser oder gar Frauenrechtler, Kirchengegner, Sadist, Philosoph, Misanthrop oder Familienmensch?

Eine Szene aus "Max und Moritz" von Wilhelm Busch aus dem Jahr 1865; hier in der Ausstellung "Wilhelm Busch - populär und unbekannt" im Oktober 2010 im Deutschen Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover (picture alliance / dpa)Eine Szene aus "Max und Moritz" von Wilhelm Busch aus dem Jahr 1865. (picture alliance / dpa)

Bekannt sind zumindest seine Zweizeiler, die feste Redewendungen geworden sind: "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr" oder "Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich". Sie sind ein fester Bestandteil unserer Alltagssprache.

Widersprüchliche Berühmtheit

Kaum eine Berühmtheit des 19. Jahrhunderts ist so vielseitig, vielschichtig und widersprüchlich wie Wilhelm Busch. Ein Freund der Bienen und der klassischen Malerei, gescheitert an den Kunstakademien, gefeiert als Chronist der Bismarck-Zeit und das, obwohl in seinen Bildergeschichten die Idylle zur Explosion gebracht wird.

Der Einsiedler aus Wiedensahl beschritt seinen eigenen Weg zur Kunst. Dabei zeichnet sich der schwermütige Trinker und Denker als kritischer Philosoph und Prosaschriftsteller.

Mehr zum Thema

Kulturgeschichte des Mops - Liebling von Königen und Kleinbürgern
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 08.08.2018)

Unterwegs im Schaumburger Land - Wilhelm Busch und andere skurrile Typen
(Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandrundfahrt, 17.04.2016)

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