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Lange Nacht | Beitrag vom 21.07.2018

Eine Lange Nacht der italienischen CantautoriBello e impossibile

Von Regine Igel

Der italienische Sänger Lucio Dalla im Jahr 2010 (imago stock&people / Granata Images ITA)
Der italienische Sänger Lucio Dalla im Jahr 2010 (imago stock&people / Granata Images ITA)

Wer in den 60er und 70er Jahren seine Sommerurlaube in Italien verbrachte, hat das poetische Feuerwerk der Songs von Lucio Dalla, Francesco de Gregori oder Fabrizio de André noch im Ohr. Unsere Autorin hat sich auf die Spuren der Cantautori begeben.

Sonne, Vino, Eiscreme - und dazu die Songs der italienischen Cantautori: Italienurlaub in den 60er-/70er-Jahren, begleitet von den Lieder eines Lucio Dalla oder Fabrizio de André, die damit Hits landeten, die bis heute landauf landab vom Volk mitgesungen werden.

Doch sie waren weit davon entfernt, ins Seichte eines Schlagers abzurutschen. In poetischen Mininovellen erzählen ihre Texte von Leben und Leiden sozial Ausgegrenzter, von Prostituierten und Widerstandskämpfern. Sie beklagen sozial ungerechte Zustände, provozieren das katholische Establishment, kritisieren bürgerliche Doppelmoral und drücken den Trennungsschmerz des in den Norden aufbrechenden Migranten von Braut, Mama und Heimatort aus.

Heute gelten Musik und Texte der Cantautori als ein eigenständiges Genre hoher Kultur und sind zum Gegenstand des Schulunterrichts und wissenschaftlicher Tagungen geworden. Diese Lange Nacht ist eine Erinnerung an ein lebendiges und aufbruchfreudiges Italien.

(Wdh. vom 4./5.April 2009)

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