Ein- und Ausladung von Peter Thiel bei Wiener Festwochen sorgt weiter für Diskussionen

Kaum ein Thema ist in der vergangenen Woche in der Kulturszene so diskutiert worden wie die Einladung des Tech-Milliardärs Peter Thiel zu den Wiener Festwochen. Mittlerweile wurde der geplante Auftritt wieder abgesagt, aber ganz beruhigt haben sich die Gemüter noch nicht. Der Feuilleton-Chef des österreichischen Nachrichtenmagazins "Profil", Stefan Grissemann, kritisierte im Deutschlandfunk vor allem den Schlingerkurs von Festival-Chef Milo Rau in der Sache. Rau sei in dieser Causa erstmals an die Grenzen seiner Konfrontationslust geraten. Milo Rau selbst widersprach dieser Einschätzung in der Zeitung "Der Standard". Er ist der Meinung, dass sich die Wahrnehmung und Relevanz der Wiener Festwochen durch die Debatte um den Paypal-Gründer Thiel "exponentiell vergrößert" haben. Dass er den - Zitat - "vielleicht mächtigsten rechten Menschen des Planeten" eingeladen hatte, um mit ihm in einer kritischen Öffentlichkeit zu diskutieren, hält er auch nach der Aufregung darum für "demokratiepolitisch relevant".