"Ein unabhängiger Geist, erfolgreich, aber nicht zu vereinnahmen"
Sein Vater war Landwirt in Oberbayern. Erich Kuby aber wurde im mondänen Baden-Baden geboren, am 28. Juni 1910, auf der Durchreise. Es war nicht der einzige Zufall in seinem 95 Jahre währenden Leben. Den Zweiten Weltkrieg hatte er leidlich unbeschädigt überlebt. Der Dienstgrad eines Oberjägers, mit dem er in Gefangenschaft geriet, lässt militärisches Karrieredenken nicht vermuten. Strebsam wurde Erich Kuby nach dem Krieg.
"Im Übrigen darf ich Ihnen sagen, dass ich im Gefangenenlager, im amerikanischen Gefangenenlager in Frankreich, in der Bretagne, Vorträge hielt und politische Aufklärung trieb und als Anti-Nazi erkannt wurde und mich in einem gewissen Augenblick nur durch einen Sprung durch ein geschlossenes Fenster retten konnte, sonst hätten die mich erschlagen."
Die, das waren die deutschen Soldaten-Kollegen. Erich Kuby begann nach 1945 als Chefredakteur von "Der Ruf", der wichtigsten kulturpolitischen Zeitschrift der Nachkriegszeit. Seine amerikanischen Chefs feuerten ihn bald, und er schrieb für die "Süddeutsche Zeitung", danach für die Tageszeitung "Die Welt". Zwischendurch entstand der Film "Das Mädchen Rosemarie" nach seinem höchst erfolgreichen Roman, der die Geschichte der auf ungeklärte Weise zu Tode gekommenen Frankfurter Edelhure Nitribitt zum Anlass für Gesellschaftskritik nahm.
Szenen:
R: "So ein Mann wie du ist mir noch nicht vorgekommen."
F: "Ich will dich nicht dafür bezahlen, dass du mit mir schläfst, sondern dass du mit andern schläfst. "
R: "Versteh ich nicht. "
F: "Also, hör zu: Du siehst aus, als hättest du alle Anlagen zu einer großen Kokotte. "
R: "Fribert verschwindet wieder. Seinetwegen bist du doch damals weg."
H: "Inzwischen gibt es Dutzende von Friberts. Wo sich zwei Männer in einer Hotelhalle oder auf einem Flugplatz treffen, da reden sie von dir."
Das Buch wurde in 17 Sprachen übersetzt. Erich Kuby war inzwischen als "Stern"-Autor tätig. Er hat sich stets als Aufklärer betrachtet. Die Tageszeitung "Die Welt" und den Springer-Verlag hatte er verlassen, weil in dessen Zeitungen nach seiner Beobachtung die Zahlen der Flüchtlinge aus der DDR nach Westdeutschland manipuliert wurden. Auf dem ersten Anti-Springer-Kongress in der Berliner Technischen Universität im Februar 1968 erteilte Kuby vor dem Hintergrund hektisch agierender Politiker den Studenten eine jederzeit aktuelle Lektion:
"Wenn es diesen großen Krach gäbe, wäre der Senat weggepustet wie der vorige weggepustet worden ist durch den 2. Juni. Das ist im Grunde das hochgesteckte Ziel von Politkern, die gestern die ganze Zeit im Saal herumgeschrieen haben, sie wollten die Demokratie retten. Sie wollen sich retten, nicht die Demokratie. "
Erich Kuby wollte jederzeit die Demokratie retten. Er ließ sich dafür gern als Nestbeschmutzer bezeichnen. Er verließ Redaktionen, wenn er sich in seiner Meinungsfreudigkeit eingeschränkt fühlte. An der Freien Universität Berlin hatte er in den jahrelang Hausverbot, weil er gesagt hatte, dieser Name bringe ein äußerstes Maß an Unfreiheit zum Ausdruck, da er sich polemisch auf die Humboldt-Universität im Ostsektor der Stadt beziehe. "Viel Feind, viel Ehr" war für Erich Kuby, den ersten investigativen Journalisten der Bundesrepublik Deutschland, stets Auszeichnung und Antrieb. Wenn man ihn nach einer Bilanz seines Lebens fragte, bekam man eine nachdenkliche Antwort:
" Die Frage ist, ob Leute, die so denken wie ich – und davon gibt es ja doch ne ganze Menge – überhaupt noch eine Zielgruppe haben. Und ich war ja schon der Meinung, dass ich eine ganze Reihe von Jahren eine Art von Zielgruppe hatte. Das ist vorbei."
Die, das waren die deutschen Soldaten-Kollegen. Erich Kuby begann nach 1945 als Chefredakteur von "Der Ruf", der wichtigsten kulturpolitischen Zeitschrift der Nachkriegszeit. Seine amerikanischen Chefs feuerten ihn bald, und er schrieb für die "Süddeutsche Zeitung", danach für die Tageszeitung "Die Welt". Zwischendurch entstand der Film "Das Mädchen Rosemarie" nach seinem höchst erfolgreichen Roman, der die Geschichte der auf ungeklärte Weise zu Tode gekommenen Frankfurter Edelhure Nitribitt zum Anlass für Gesellschaftskritik nahm.
Szenen:
R: "So ein Mann wie du ist mir noch nicht vorgekommen."
F: "Ich will dich nicht dafür bezahlen, dass du mit mir schläfst, sondern dass du mit andern schläfst. "
R: "Versteh ich nicht. "
F: "Also, hör zu: Du siehst aus, als hättest du alle Anlagen zu einer großen Kokotte. "
R: "Fribert verschwindet wieder. Seinetwegen bist du doch damals weg."
H: "Inzwischen gibt es Dutzende von Friberts. Wo sich zwei Männer in einer Hotelhalle oder auf einem Flugplatz treffen, da reden sie von dir."
Das Buch wurde in 17 Sprachen übersetzt. Erich Kuby war inzwischen als "Stern"-Autor tätig. Er hat sich stets als Aufklärer betrachtet. Die Tageszeitung "Die Welt" und den Springer-Verlag hatte er verlassen, weil in dessen Zeitungen nach seiner Beobachtung die Zahlen der Flüchtlinge aus der DDR nach Westdeutschland manipuliert wurden. Auf dem ersten Anti-Springer-Kongress in der Berliner Technischen Universität im Februar 1968 erteilte Kuby vor dem Hintergrund hektisch agierender Politiker den Studenten eine jederzeit aktuelle Lektion:
"Wenn es diesen großen Krach gäbe, wäre der Senat weggepustet wie der vorige weggepustet worden ist durch den 2. Juni. Das ist im Grunde das hochgesteckte Ziel von Politkern, die gestern die ganze Zeit im Saal herumgeschrieen haben, sie wollten die Demokratie retten. Sie wollen sich retten, nicht die Demokratie. "
Erich Kuby wollte jederzeit die Demokratie retten. Er ließ sich dafür gern als Nestbeschmutzer bezeichnen. Er verließ Redaktionen, wenn er sich in seiner Meinungsfreudigkeit eingeschränkt fühlte. An der Freien Universität Berlin hatte er in den jahrelang Hausverbot, weil er gesagt hatte, dieser Name bringe ein äußerstes Maß an Unfreiheit zum Ausdruck, da er sich polemisch auf die Humboldt-Universität im Ostsektor der Stadt beziehe. "Viel Feind, viel Ehr" war für Erich Kuby, den ersten investigativen Journalisten der Bundesrepublik Deutschland, stets Auszeichnung und Antrieb. Wenn man ihn nach einer Bilanz seines Lebens fragte, bekam man eine nachdenkliche Antwort:
" Die Frage ist, ob Leute, die so denken wie ich – und davon gibt es ja doch ne ganze Menge – überhaupt noch eine Zielgruppe haben. Und ich war ja schon der Meinung, dass ich eine ganze Reihe von Jahren eine Art von Zielgruppe hatte. Das ist vorbei."
