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Einstand | Beitrag vom 19.08.2019

Ein Besuch in der InstrumentenwerkstattEin großes Fagott für kleine Hände

Von Cornelia de Reese

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Schüler hält Kinderfagott mit Kunststoffaufsatz (Cornelia de Reese)
Ein Kinderfagott aus der Holzbläserwerkstatt von Ludwig Frank. (Cornelia de Reese)

Weil das Fagott groß und schwer ist, kann man es eigentlich erst ab 13 Jahren spielen. Das muss nicht sein, dachte sich Instrumentenbauer Ludwig Frank. Er experimentierte mit Kindern so lange an einem Fagott, bis es in ihre Hände passte.

Wer den "Großvater" aus Sergej Prokofiews "Peter und der Wolf" liebt, der hat vielleicht auch einen Faible für das Fagott. Doch wenn Kinder sich für dieses Instrument entschieden, wird schnell klar: sie müssen mit einem Kinderinstrument starten. Allerdings: Viele dieser leichten Fagottinos bringen kaum den vertraut tiefen Klang hervor. An den "Großvater" erinnern sie nur wenig, denn die Dimension im Ton fehlt. Eine Enttäuschung für viele Kinder.

Für und mit Kindern entwickelt

Ludwig Frank hat dafür eine Lösung gefunden. Lange tüftelte der Holzblasinstrumentenbauer aus Markneukirchen an seinen Profifagotten bis diese deutlich leichter und alle Klappen für noch nicht ausgewachsene Hände erreichbar wurden. Gemeinsam mit Kinder und Pädagogen experimentierte auch in seiner Werkstatt in Berlin Pankow.

Das besonders leicht gebaute Fagott aus Bergahorn mit minimaler Klappenzahl und niedrigem Massepunkt hat inzwischen viele Fans, die nun echte Fagottliteratur in echtem Sound spielen können. Cornelia de Reese war in der Fagottwerkstatt zu Besuch und hat den Meister, junger Musiker und auch den "Großvater" getroffen.

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