Ein Ball für viele Fälle

Klaas Jan Huntelaar vom FC Schalke 04 beim Zirkeltraining mit einem Medizinball © picture alliance / dpa / Patrick Seeger
Von Günter Herkel · 20.04.2014
Generationen von Schülern wurden mit ihm malträtiert. Felix Magath verdankt seinen Spitznamen "Quälix" nicht zuletzt der Vorliebe für dieses unhandliche Trainingsgerät. Am Medizinball scheiden sich bis heute die Geister.
Seine Spuren reichen zurück bis zum US-amerikanischen Boxsport im 19. Jahrhundert. In Deutschland tauchte er nach dem Ersten Weltkrieg auf, importiert und propagiert von zwei profilierten Sportlehrern: Carl Diem, dem späteren Organisator der Olympischen Spiele von 1936 und Hans Surén, dem Begründer der "Deutschen Gymnastik". Die Erfolgsstory des Medizinballs ist eng verknüpft mit der deutschen Sport-, Politik- und Medizingeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Als Trainingsgerät sollte er Kraft, Schnelligkeit und Geschmeidigkeit fördern. Zu medizinischen Zwecken wurde er in Therapie, Reha und der Prophylaxe von chronischen Krankheiten eingesetzt. Die Gesundheitspolitiker der Weimarer Republik und der NS-Zeit erhofften sich von ihm wehrtüchtige Männer und gebärfähige Frauen.

Im heutigen Schulsport eher eine Randerscheinung, erlebt der Medizinball im Profisport und in Fitnessstudios derzeit eine kleine Renaissance.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat
Mehr zum Thema