Seit 01:05 Uhr Diskurs
Sonntag, 13.06.2021
 
Seit 01:05 Uhr Diskurs

Interview / Archiv | Beitrag vom 03.04.2010

Eichel: Mit 1,2 Milliarden lässt sich keine große Bankenkrise abfedern

Ehemaliger Finanzminister fordert schärfere Regeln bei Eigenkapitalunterlegung

Der ehemalige Finanzminister Hans Eichel  (AP)
Der ehemalige Finanzminister Hans Eichel (AP)

In der Diskussion um die geplante Zwangsabgabe für Banken hat der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) davor gewarnt, die Bedeutung einer solchen Abgabe bei der Bewältigung künftiger Finanzmarktkrisen zu überschätzen.

Eichel sagte, mit 1,2 Milliarden im Jahr könne man keine große Bankenkrise abfedern, sondern die Bankenabgabe sei nur ein Instrument unter mehreren, das nicht überschätzt werden dürfe. Gleichwohl sprach sich der ehemalige Bundesfinanzminister dafür aus, auch andere Akteure der Finanzwirtschaft mit dieser Abgabe zu belegen: "Die Bankenabgabe muss auf alle erstreckt werden, also auch die Versicherungen, auch die Hedgefonds", betonte Eichel.

"Viel wichtiger" als die Bankenabgabe sind Eichel zufolge schärfere Regeln bei der Eigenkapitalunterlegung. Je größer die Bank, desto größer müsse der Eigenkapitalanteil sein und je risikoreicher das Geschäft: "Nehmen Sie Hedgefonds, wo ja mit wenig Eigenkapital und riesigen Kredithebeln gearbeitet wird. Wenn dann ganz andere Eigenkapitalunterlegungen verlangt werden, dann hören solche risikoreichen Geschäfte von selber auf."

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur