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Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.11.2018

Dresdner Sinfoniker20 Jahre gegen den Strom

Moderation: Stefan Lang

Dresden  (picture alliance/dpa/Foto: Matthias Hiekel)
Das Dresdner Altstadt-Panorama mit der Elbe (picture alliance/dpa/Foto: Matthias Hiekel)

Auf Neuentdeckungen waren und sind die Dresdner Sinfoniker scharf. Zum Jubiläumskonzert suchten sie sich Werke von Komponisten aus, die die Liebe zum Experimentieren vereint: Frank Zappa, Andreas Gundlach, Enrico Chapela.

Die Dresdner Sinfoniker bleiben sich auch 20 Jahre nach ihrer Gründung treu und erweisen sich weiterhin als Grenzgänger zwischen allen Kulturen. Das Jubiläumskonzert ist auch ein Bekenntnis für Zeitgenössiche Musik und für die Lust, musikalische Grenzen aller Art, auch zwischen den musikalischen Genres - mit friedlichen Mitteln zu überwinden. 

Der Dirigent Prmiel Petrović leitet ein Orchester. (Dresdner Sinfoniker / Premil Petrović)Der Dirigent Premil Petrović liebt ungewöhnliche Programme (Dresdner Sinfoniker / Premil Petrović)
Das Orchester setzt sich aus Musikerinnen und Musikern großer Orchester zusammen. Sie finden sich immer speziell für eigene Projekte zusammen und wollen deutlich zeigen: sie stellen sich zwischen alle Fronten und über alle Grenzen, sowohl stilistisch als auch politisch.

Zappa-Reminiszenz

Frank Zappas Musik hat die Dresdner Sinfoniker schon zu ihren Anfangszeiten fasziniert. Bereits ein Jahr nach dem Debüt des Orchesters gab es eine große Frank-Zappa-Nacht im Großen Haus des Staatsschauspiels. Daher sollte und musste er im Programm auftauchen.

Der 1993 verstorbene US-amerikanische Komponist und Musiker Frank Zappa. Er veröffentlichte mehr als 100 Musikalben. (imago / ZUMA Press)Der 1993 verstorbene US-amerikanische Komponist und Musiker Frank Zappa. Er veröffentlichte mehr als 100 Musikalben. (imago / ZUMA Press)

Selbstverständlich eine Uraufführung

Andreas Gundlach hat ein Werk komponiert, das die Lieblingsherausforderung der Dresdner Sinfoniker symbolisiert: Die Verbindung verschiedener Welten. Hier wird der klassische Klavierklang mit Synthesizer-Klangkunst verbunden.

Andraes Gundlach sitzt an einem Flügel, vor einem großformatigem neuen Gemälde. (Dresdner Sinfoniker / Andraes Gundlach)Andraes Gundlach komponierte für das Jubliäum der Dresdner Sinfoniker ein großes Werk. (Dresdner Sinfoniker / Andraes Gundlach)

Das Orchester hat sich immer politisch engagiert. In "Disidentes" von Enrico Chapela werden die Aufstände und das Massaker von Tlatelolco in Mexiko thematisiert. 

Musik und Politik

Bis zu 10.000 junge Menschen sollen damals friedlich für Reformen auf die Straße gegangen sein, der mexikanischen Regierung war dies unmittelbar vor den Olympischen Spielen ein Dorn im Auge und ging vehement mit Schusswaffen gegen die Menge vor. 

Aufzeichnung des Konzertes vom 1. November 2018 im Erlwein Capitol Dresden 

Frank Zappa
"Be-Bop-Tango"

Andreas Gundlach
"Quartüüryum", Konzert für Synthesizer, Klavier und Orchester (Uraufführung)

Enrico Chapela
"Disidentes", Rockoper , konzertante Uraufführung

Andreas Gundlach, Synthesizer und Klavier
Juanra Urrusti, Tenor
Hazel Mendoza, Tenor
Humberto Alarcón, Tenor
Blazko Scaniglia, Bassbariton 

Jan Zehrfeld und Enrico Chapela, E-Gitarre
Andreas Gundlach, Keyboards
Tom Götze, Bassgitarre
Harald Thiemann, Drums

Universal Druckluft Orchester
Dresdner Sinfoniker
Leitung: Premil Petrović

Zur Entwicklung des Orchesters wird Stefan Lang mit dem Intendanten Markus Rindt sprechen.

Konzert

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