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Fazit | Beitrag vom 18.07.2019

Drei Frauen an der MachtNoch kein Ende des Patriarchats

Paula-Irene Villa im Gespräch mit Susanne Burkhardt

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Ursula von der Leyen (Mitte), scheidende Verteidigungsministerin und neugewählte EU-Kommissionspräsidentin, erhält im Schloss Bellevue ihre Entlassungsurkunde neben ihrer Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer (links), im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler )
Erst die Selbstverständlichkeit von Frauen in wichtigen Ämtern würde eine Veränderung in der politischen Kultur bringen, meint Soziologin Paula-Irene Villa. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler )

In der Politik rücken mehr Frauen in Spitzenpositionen. Doch die geballte Frauenpower des CDU-Trios Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer, meint Genderforscherin Paula-Irene Villa, besiegle noch nicht das Ende des Patriarchats.

"Feministische Positionen die Patriarchatskritik betreiben und ein Ende des Patriarchats wollen, die meinen damit nicht nur, dass irgendwelche Frauen auf irgendwie wichtigen Ämtern in Politik und Ökonomie sitzen, sondern verbunden ist mit dem Ende des Patriarchats aus feministischer Perspektive auch eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung, eine Herrschaftskritik, die wesentlich weitergeht als 'nur', dass nun auch Frauen Spitzenämter in Politk und Wirtschaft übernehmen", sagt Paula-Irene Villa, Soziologin und Genderforscherin an der Ludwig-Maximilian-Universität München. 

Harte Frauen, emotionale Männer

Daher sei der Titel in der TAZ "so genial". "Das Ende des Patriarchats haben wir uns anders vorgestellt", heißt es da. "Dann ist genau darauf ja angespielt, dass das Ende des Patriarchats doch eigentlich im politische Sinne sehr viel mehr umfasst, als das eben Frauen in wichtigen Ämtern sind", sagt Paula-Irene Villa. Frauen könnten in Führungspositionen auch "sehr hart, sehr böse, sehr machiavellisch" sein. Ebenso wie bei Männern, die "empathisch bis hin zu emotional und fürsorglich" seien, "eher als weiblich kodierte Fähigkeiten, Kompetenzen oder Formen in den Vordergrund rücken", erklärt die Genderforscherin.

Frauen nicht mehr nur als Frauen wahrnehmen

Auch ist Villa des Meinung, dass allein das Frausein noch nicht eine feministische Position mit sich bringt. Es sei ein Mythos, dass sich die politische Kultur allein dadurch ändere, dass mehr Frauen Führungspositionen bekleiden. "Was sich wahrscheinlich ändert, ist, je mehr Frauen in sichtbaren politischen Ämtern sind, umso selbstverständlicher wird es auch, dass Frauen dies tun. Und das ändert sich, dass Frauen jetzt sozusagen nicht mehr als nur Frauen oder Geschlecht wahrgenommen werden, sondern im Hinblick auf ihre Politik beurteilt werden. Wie die Politik dieser Frauen und ihre Haltung jedoch im Einzelnen sei, das sei "nichts spezifisch Weibliches". Auch wenn sich das manche so vorstellten, wünschten oder sich selber so verkauften.

(kpa)

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