Doppelbegabung Fazil Say

15.03.2012
Fazil Say - Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts werden. Nicht nur die französische Zeitung Le Figaro ist gleichermaßen vom Spiel wie von der Vielseitigkeit des in Ankara geborenen Klaviervirtuosen Fazil Say begeistert.
Nach Werken in unterschiedlichen Gattungen – Solokonzert, Oratorium, Ballett und Filmmusik – widmet sich Say in seiner neuen, in diesem Konzert uraufzuführenden Komposition abermals der großen instrumentalen Besetzung.

Im Rahmen des 6. Akademiekonzerts am 5. und 6. März wurde das Orchesterwerk "Hezarfen" - Concerto for Ney-flute and Orchestra op. 39 im Mozartsaal des Rosengarten Mannheim unter der Leitung von GMD Dan Ettinger uraufgeführt. In einer Feierstunde am 9. Mai 2011 hatte die Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters e.V. gemeinsam mit der Stadt Mannheim den Kompositionsauftrag für die Konzertsaison 2011/12 an den türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say vergeben. Sie setzte damit eine seit den 90-er Jahren bestehende Tradition fort.

Das Orchesterwerk "Hezarfen" - Concerto for Ney-flute and Orchestra op. 39 steht in besonderem Bezug zum Nationaltheater-Orchester und der speziellen Mannheimer Musikgeschichte. Als Solistin tritt die Ney-Spielerin Burcu Karadag auf. Weitere Mitwirkende der Uraufführung sind Aykut Köselerli am Schlagzeug und Fazil Say selbst an diversen Tasteninstrumenten mit. Auf dem Programm stehen außerdem Gustav Holst "Die Planeten" mit dem Kinderchor des Nationaltheaters und das Klavierkonzert in D-Dur von Joseph Haydn mit Generalmusikdirektor Dan Ettinger am Klavier.

Obwohl Joseph Haydn zahlreiche Solokonzerte komponierte, hat sich nur das Klavierkonzert in D-Dur seit seiner Entstehung um 1780 im Repertoire gehalten. Dies liegt nicht etwa an mangelnder kompositorischer Qualität der Werke, sondern ist wohl mit dem übergroßen Schatten zu erklären, den Haydns Sinfonien auf seine Rezeptionsgeschichte werfen. Vor allem das Klavierkonzert Nr. 11 zeigt, dass sich Haydns Klavierkonzerte durchaus auf der Höhe ihrer Zeit befinden. Seine besondere Popularität erlangte es aber vermutlich durch die damals beliebte Integration ungarischer Thematik in den Finalsatz.

Der Drang, sich gründlich der Astrologie zu widmen, packte Gustav Holst 1914. Kompositorisches Ergebnis dieser Studien ist das Tonpoem "Die Planeten", das den Charakteren, die den Himmelskörpern in mystischen und okkultistischen Lehren zugeschrieben werden, musikalisch nachsinnt. Repetitiv eingesetztes melodisches Material, fremd klingende Harmonik und unerwartete Klangerzeugungen dienen Holst dabei dazu, die rotierenden Bewegungen der Planeten und ihr, wie er schreibt, Entschwinden im Raum darzustellen.
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Rosengarten Mannheim
Aufzeichnung vom 6.3.12


Joseph Haydn
Klavierkonzert D-Dur

ca. 20:25 Uhr Konzertpause
Stefan Lang im Gespräch mit Fazil Say
Fazil Say
"Hezarfen", Concerto for Ney-flute and Orchestra op. 39
(Uraufführung)

Gustav Holst
"Die Planeten" op. 32
Suite für großes Orchester

Burcu Karadag, Ney
Aykut Köselerli, Schlagzeug
Fazil Say, Tasteninstrumente
Kinderchor des Nationaltheaters Mannheim
Orchester des Nationaltheaters Mannheim
Leitung und Klavier: Dan Ettinger