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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.04.2016

Dokumentation über Künstlerin Eva Hesse "Aus ihren Traumata hat sie ihre Kunst entwickelt"

Michael Jürgs im Gespräch mit Britta Bürger

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Skulptur "Repetition Nineteen III" der Künstlerin Eva Hesse aus dem Jahr 1970 (picture alliance / dpa / Axel Heimken)
Skulptur "Repetition Nineteen III" der Künstlerin Eva Hesse aus dem Jahr 1970 (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Für Skulpturen und Gemälde der Künstlerin Eva Hesse werden heute bis zu zehn Millionen US-Dollar gezahlt. Sie ist ein Star der Kunstwelt und zugleich eine große Unbekannte. Jetzt wird die Lebensgeschichte dieser früh verstorbenen Künstlerin in der Dokumentation "Eva Hesse" erzählt.

Bereits vor einigen Jahren hat Michael Jürgs, der langjährige Chefredakteur vom Stern und der Zeitschrift Tempo, eine Biographie über Eva Hesse geschrieben. Er hat den Film "Eva Hesse – One More than One" bereits gesehen. 

Starb mit nur 34 Jahren

Sie ist 1936 in einer jüdischen Familie in Hamburg geboren. Mit nur 34 Jahren starb Eva Hesse 1970 in New York an einem Hirntumor. Ihr Leben bestimmten mehrere große Traumata. 

Sie ist als Kind auf einem Kindertransport von den Nazis von ihrer Familie getrennt worden, sagte Michael Jürgs im Deutschlandradio Kultur. Sie lebte in einem Weisenheim mit ihrer Schwester und kam später nach New York. "Das war das erste Trauma in ihrer Kindheit", so Jürgs. 

Zweite Erschütterung in ihrem Leben

Die zweite Erschütterung in ihrem Leben sei sicher der Selbstmord ihrer Mutter gewesen, die sich wegen Depressionen von einem Hochhausdach in New York gestürzt hatte, wovon sie zufällig in der Schule erfahren hatte.

"Das dritte Trauma, wenn sie so wollen, war sicher die Trennung von ihrem lebenslang geliebten Mann Tom Doyle, dem Bildhauer. Und sie hat aus diesem Traumata eigentlich ihre Kunst entwickelt, umgesetzt und zur Bedeutung geschaffen."

Dokumentation: "Eva Hesse – One More than One"
Regie: Marcie Begleiter
1 Std. 45 Min
Ab 28. April im Kino

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Filmporträt über Eva Hesse - Vorreiterin der feministischen Kunst
(Deutschlandfunk, Corso, 14.04.2016)

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