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Interview / Archiv | Beitrag vom 15.05.2019

Dokumentarfilm über Inklusion "Kinder der Utopie" beim Klassentreffen

Hubertus Siegert im Gespräch mit Dieter Kassel

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Szenenbild aus "Kinder der Utopie" (Mathias Bothor ©2017)
Szenenbild aus "Kinder der Utopie" (Mathias Bothor ©2017)

Sechs junge Erwachsene schauen zurück auf ihre gemeinsame Grundschulzeit in einer Berliner Inklusionsklasse. Der Regisseur Hubertus Siegert hat über sie einen Dokumentarfilm gedreht.

Eine Inklusionsklasse der Berliner Fläming-Schule, die sich nach zwölf Jahren wieder trifft, lässt Erinnerungen Revue passieren. Die ehemaligen Schüler tauschen sich darüber aus, wo sie gerade im Leben stehen und wie sie sich zurechtfinden. Der Dokumentarfilm "Die Kinder der Utopie" läuft in einer einmaligen bundesweiten Aktion heute in mehr als 160 Kinosälen.

Wenig Raum für soziales Lernen

"Inklusion hat ja einen Beigeschmack mittlerweile", sagt Regisseur Hubertus Siegert. Er hatte 2004 den Vorgängerfilm "Klassenleben" gedreht, der damals das selbstverständliche Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Kindern zeigte.

Mit dem neuen Film habe er andere Impulse geben wollen, sagte er im Deutschlandfunk Kultur: "Es ist eben kein Film, wo Experten reden. Sondern die Kinder der Utopie reden."

Der Film zeige, dass jeder Stärken und Schwächen habe. Die Lehrpläne in den Schulen seien inzwischen sehr an die Leistungsgesellschaft angepasst, für soziales Lernen sei nur wenig Raum übrig geblieben: "Die Inklusion stellt die Frage nach dem sozialen Lernen einfach am schärfsten."

Falsche Sparmaßnahmen

An der Berliner Fläming-Schule habe es eine kluge und erfahrene Inklusion mit entsprechender Ausstattung gegeben, sagt Siegert. Später sei die Inklusion von der Bildungspolitik  als Sparmaßahme genutzt und Förderschulen abgeschafft worden  - als könne man behinderte Kinder einfach in normale Klassen stecken: "Man muss den Aufwand, den man an der Förderschule getrieben hat, auch woanders betreiben", betonte er.

(gem)

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