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Kompressor | Beitrag vom 15.01.2019

Doku über "Das Geheimarchiv des Warschauer Ghettos" Erlasse und Untergrundzeitungen gegen das Vergessen

Jörg Taszman im Gespräch mit Shanli Anwar

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Unter dem Tarnnamen „Oneg Shabbat“ sammelten und vergruben die Mitglieder der geheimen Vereinigung Zehntausende Dokumente und Zeitzeugenberichte, um der Nachwelt ein authentisches Zeugnis vom Leben im Ghetto und den Verbrechen der NS-Besatzer zu geben. (Bild: NDR / © Anna Wloch )
Zeugnis vom Leben im Ghetto für die Nachwelt geben: Szene aus dem Film "Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto". (Bild: NDR / © Anna Wloch )

Unter strengster Geheimhaltung dokumentierten Juden im Warschauer Ghetto die Verbrechen der Nazis. Bis heute fehlt ein Teil dieses Archivs, über das Regisseurin Roberta Grossmann einen Film gedreht hat und der nun auf Arte zu sehen ist.

Die Verbrechen der Nationalsozialisten im Warschauer Ghetto dokumentierten Juden heimlich in einem Archiv. Dieses bildet die Grundlage des Films "Das Geheimarchiv des Warschauer Ghettos", der aus Dokumentar- und Spielfilmszenen besteht und nun auf Arte läuft. "Ganz gut gelungen", urteilt unser Kritiker Jörg Taszman.

Vor allem auch, weil die Regisseurin Roberta Grossmann in den nachträglich gedrehten Szenen wenig dramatisiere. "Ich habe nur ihre Schriften visualisiert", so Grossmann im Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Es seien alltägliche Szenen zu sehen und die seien schlimm genug, sagt Taszman. "Streckenweise werden unfassbare Gräueltaten geschildert."

Nur drei Menschen wussten, wo das Archiv ist

Das Geheimarchiv war von dem Historiker Emanuel Ringelblum gegründet worden. Er schaffte es, mehr als 60 Mitarbeiter zu gewinnen. Fast alle wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Nur drei Menschen wussten, wo konkret sich das Archiv befindet. Einer von ihnen war Hersh Wasser. Der versuchte nach Ende des Krieges, das vergrabene Geheimarchiv zu finden, sagt Taszman.

Ein Teil des Archivs fehlt bis heute

"Im völlig zerstörten Polen hat man mit Luftaufnahmen von vor dem Krieg gearbeitet, um zu rekonstruieren, wo dieses Haus, wo dieser Keller sein könnte. Im September 1946 hat man dann zehn Blechkisten entdeckt. Vier Jahre später haben dann Bauarbeiter Teile in Milchkannen gefunden. Es gab noch einen dritten Teil, aber den hat man bis heute nicht gefunden."

Ein Mann steht vor einer Vitrine, in der vergilbte Papier-Seiten zu sehen sind. (Forum/imago)Dokumente aus dem Geheimarchiv werden in Warschau ausgestellt. (Forum/imago)

Das Archiv habe "deutsche Erlasse, offizielle und Untergrundzeitungen, Aufkleber auf Ghettowaren, weiße Judenbänder mit blauem Davidstern" enthalten. Doch einige Dokumente aus dem Archiv waren bereits während des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht worden. So gelang es den Mitarbeitern des Archivs, Unterlagen noch London zu bringen. Von dort berichtete die BBC erstmals im Juni 1942 über die systematische Ermordung der polnische Juden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Deutschen in Polen mehr als 700.000 Juden erschossen, erschlagen oder vergast.

Die Dokumentation "Das Geheimarchiv des Warschauer Ghettos" von Regisseurin Roberta Grossmann ist am 15.01. auf Arte, am 22.1. in der ARD und bis zum 14.04. in der Arte-Mediathek zu sehen.

(lsc)

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