Doktortitel

    Betrogen wird nur sehr selten

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    Illustration: Ein Student steht auf seinem Doktorhut, an dem gesägt wird.
    Den Doktor machen, das war mal was! Inzwischen haben einige Politikeraffären dazu beigetragen, das Image des Doktortitels zu lädieren. © imago / Science Photo Library / Fanatic Studio / Gary Waters
    Sabine Kunst im Gespräch mit Ute Welty  · 21.05.2021
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    Die Plagiatsaffäre von Franziska Giffey und andere ähnliche Fälle erwecken den Eindruck, als käme Betrug bei der Promotion häufig vor. Das stimme aber nicht, sagt Sabine Kunst, die Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität.
    Die Plagiatsaffäre um Franziska Giffey beschädigt auch den Ruf des Promotionsverfahrens an den Universitäten. Solche Fälle suggerierten, dass dies an den Hochschulen häufiger vorkomme, sagt die Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität, Sabine Kunst. Dabei sei so etwas sehr selten. Wenn sie auf die vergangenen 15 Jahre zurückblicke, habe es weniger als einen Fall im Jahr gegeben: "Das ist wirklich nicht viel", betont Kunst.
    Es gebe ein langes und sorgfältiges Prozedere an den Universitäten sowie entsprechende Kommissionen, die sich um wissenschaftliches Fehlverhalten kümmerten. Verdachtsfälle würden an Ombudspersonen kommuniziert. Eine Prüfungskommission untersuche dann Zweifelsfälle.

    Zitieren wird immer wieder trainiert

    Betreut würden Doktorarbeiten immer von zwei Professoren, einer davon sei ein externer Gutachter, erläutert Kunst. Um richtig zitieren zu lernen, machten die Universitäten zahlreiche Angebote. An der HU gebe es beispielsweise eine "Graduate School", in der das noch einmal besonders trainiert werde, so die Präsidentin.
    Vor der Promotion würden bereits Bachelor- und Masterarbeiten geschrieben, sodass das wissenschaftliche Arbeiten den Studierenden quasi "mit der Muttermilch" mitgegeben werde. Trotzdem gebe es leider auch Leute, die versuchten, sich durchzulavieren oder zu schummeln. Aber auch das sei nicht sehr häufig, sagt Kunst.
    (gem)

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