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Kompressor | Beitrag vom 09.06.2017

documenta-RadioZurück zum Ursprung der Kulturen

Theo Eshetu im Gespräch mit Gesa Ufer

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Blick auf die Installation "Atlas Fractured" des Künstlers Theo Eshetu auf der documenta 14 am 07.06.2017 in der Neuen Neuen Galerie in Kassel (Hessen). (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)
Blick auf die Installation "Atlas Fractured" des Künstlers Theo Eshetu auf der documenta 14 am 07.06.2017 in der Neuen Neuen Galerie in Kassel (Hessen). (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)

"Atlas Radio" heißt das Klangkunst-Stück, das Theo Eshetu und Keir Fraser zum documenta-Radio beigesteuert haben. Es vereint Zitate und Fragmente, die auf diese Weise etwas ganz Neues ergeben - und dieses "Patchwork" hat auch etwas mit Eshetus persönlicher Biographie zu tun.

Theo Eshetu hat zusammen mit Keir Fraser ein Klangkunst-Stück zum documenta-Radio begeisteuert. "Atlas Radio" heißt es, und darin verarbeiten sie Zitate von Charlie Chaplin bis Andy Warhol. "Sie sind alle sehr unterschiedlich, deshalb ist es merkwürdig, sie zusammen zu hören", gibt Eshetu zu. "Doch sie alle zusammen ergeben ein ganz besonderes Bild - vielleicht von mir, vielleicht auch davon, wie ich die Welt sehe."

Jedes dieser Zitate einen ganz eigenen Hintergrund, doch den müsse man als Hörer nicht unbedingt kennen. "Ich versuche, darüber hinauszugehen. Es geht nicht darum, wer was sagt, sondern eher darum, was gesagt wird. Die Idee ist herauszufinden, was in einem selbst eine Resonanz findet." Er selbst habe sich auf die Suche gemacht, wo er Resonanz mit seinen Gefühlen gefunden habe und mit seinen Gedanken. "Deshalb ist es auch ein sehr persönliches Stück geworden."

Fragmente neu zusammensetzen für eine neue Identität

Dass das am Ende alles so gut zusammenpasst, habe ihn nicht überrascht, sagt Esheto. "Ich habe schon immer so gearbeitet, dass ich etwas Ganzes durch den Gebrauch von Fragmenten geschaffen habe." Das habe auch mit seiner eigenen Biographie zu tun: Als Kind eines äthiopischen Vaters und einer niederländischen Mutter wurde er in London geboren, um dann in Rom aufzuwachsen - weshalb Fragmente neu zusammenzusetzen um eine neue Identität zu schaffen, etwas ganz Natürliches sei für ihn. 

"Das gesamte Stück ist inspiriert durch das Nachdenken über den Ursprung der Kulturen", sagt Eshetu. Teil des Stückes ist eine der ältesten erhaltenen Melodien, die auf einer Stele gefunden worden ist, die heute in Dänemark in einem Museum zu sehen ist. "Es ist eine wunderschöne kleine Melodie", meint Eshetu, mit der Botschaft: Dass unser Leben etwas sehr fragiles ist. 

Alle Beiträge zur großen Kunstschau finden Sie auf unserem Themenportal documenta 14

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