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Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.06.2017

documenta 14Gelungener Kunsttransfer zwischen Athen und Kassel

Claudia Wheeler im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Ein Mann sitzt am 07.06.2017 in der Karlsaue in Kassel in der Ciudad Abierta (Offene Stadt), einem chilenischen Architekturlabor und Kunstwerk auf der documenta 14. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Die Ciudad Abierta (Offene Stadt) in der Kasseler Karlsaue, ein chilenisches Architekturlabor und Kunstwerk auf der documenta 14. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

Zwei Monate nach dem Start der documenta 14 in Athen beginnt am Samstag in Kassel der zweite Teil der internationalen Kunstausstellung. Das Stadtbild ist diesmal vor allem von großen Installationen geprägt, sagt unsere Kunstkritikerin Claudia Wheeler.

In Kassel prägen bei der diesjährigen documenta vor allem große Installationen das Stadtbild. "Eines der Highlights ist sicher das Parthenon der Bücher von der argentinischen Künstlerin Marta Minujin", sagte Kulturredakteurin Claudia Wheeler im Deutschlandfunk Kultur. Es sei ein Mahnmal gegen Verfolgung und Zensur. "Der Tempel der Akropolis  wurde wirklich eins zu eins nachgebaut und steht mitten auf dem Friedrichsplatz." Im Vergleich zu dem großen Metallgerüst mit 46.000 in Folie eingeschweißten Büchern wirke das Museum Fridericianum plötzlich ganz klein. Nicht weit entfernt stehe ein 16 Meter hoher Obelisk des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe, der als Symbol der Toleranz gelten soll. "Das sind ganz viele Signale, die in dieser Stadt aufleuchten, wenn auch an der einen oder anderen Stelle auch etwas plakativ", schilderte Wheeler ihren ersten Eindruck.

Neuer Ausstellungsort in der Nordstadt

Als neuer Ausstellungsort kommt in diesem Jahr die ehemalige Hauptpost in der Nordstadt hinzu, einem Viertel von Arbeitern und Migranten in der Nordstadt. "Die Documenta versucht in der Stadt Orte zu erschließen oder die Kunst an Orte zu bringen, wo sie sonst nicht stattfindet", sagte Wheeler. In der Hauptpost thematisierten Künstler den Mord an Halit Yozgat, der am 6. April 2006 in seinem Internetcafé in Kassel im Zusammenhang mit den NSU-Morden erschossen wurde.

Rentierschädelvorhang von Máret Ánne Sara auf der documenta 14 in Kassel (Deutschlandradio / Thorsten Jantschek)Rentierschädelvorhang von Máret Ánne Sara auf der documenta 14 in Kassel (Deutschlandradio / Thorsten Jantschek)

Beeindruckende Sammlung

Der Kulturaustausch zwischen Griechenland und Deutschland spielt eine zentrale Rolle. Im Fridericianum wird die Sammlung aus dem Athener Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst gezeigt, die dort noch nie gezeigt wurde, da das Museum bisher geschlossen blieb."Nun werden 200 Werke aus der Sammlung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert", sagte Wheeler, die sich von den Werken griechischer Künstlers besonders beeindruckt zeigte. Der Kulturtransfer zwischen Kassel und Athen habe hier sehr gut und nachhaltig funktioniert. "Dieses Museum soll in Athen Ende des Jahres eröffnet werden."  

Auch unser Kulturredakteur Thorsten Jantschek hat sich bei bei einem Rundgang einen ersten Eindruck von der Kunstausstellung verschafft. Das Gespräch mit ihm hören Sie hier:

Deutschlandfunk Kultur sendet heute in der Sendung "Studio 9 am Mittag" ab 12 Uhr und in der Sendung "Fazit" ab 23 Uhr live von der Documenta in Kassel. 

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