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Interview | Beitrag vom 22.10.2019

Diskussion um RenteneintrittsalterWie lang der Jahrgang 2000 arbeiten muss

Christian Hagist und Reinhold Schnabel im Gespräch mit Axel Rahmelow

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Das Bild zeigt eine Straße von oben mit Menschen, in der Mitte eine Frau im Rollstuhl. (picture alliance / Wolfram Steinberg)
Die Wege von jüngeren und älteren Menschen kreuzen sich: Ist der Generationenvertrag noch in Takt? (picture alliance / Wolfram Steinberg)

Der Vorschlag der Bundesbank nach einer Erhöhung des Renteneintrittsalters hat zu einer neuen Diskussion geführt. Die steigende Lebenserwartung spricht nach Meinung von Experten für eine Anhebung der Arbeitszeit.

Die Menschen werden im Schnitt immer älter, und ab Mitte der 2020er Jahre werden die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreicht haben. Das Rentensystem steht also vor neuen Herausforderungen – und wieder wird leidenschaftlich diskutiert.

Die Bundesbank regt an, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. Wirtschaftsverbände begrüßen den Vorstoß, Gewerkschaften und Sozialverbände lehnen ihn ab.

Christian Hagist, Professor für generationenübergreifende Wirtschaftspolitik an der Otto Beisheim School of Management, hält es für den richtigen Ansatz, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln.

Das Vorbild Skandinavien

Man könne dabei von dem skandinvischen Modell lernen. Nach diesem Modell könnten Menschen auch früher in Rente gehen, wenn ihr Einkommen über der Sozialhilfe liege. Zudem müsse man über Weiterbildungen und alternative Karrierewege nachdenken. Es gehe bei dem Vorschlag der Bundesbank schließlich erst um jene Menschen, die im Jahr 2000 geboren sind: "Die haben schon noch Zeit, sich anzupassen", sagt Hagist.

Reinhold Schnabel ist Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Duisburg und legt Wert darauf, die Bevölkerung bei solchen Reformen mitzunehmen und die Erwerbsminderungsrenten entsprechend anzupassen.

Man rechne heute damit, dass die Hälfte der Frauen, die im Jahr 2000 geboren werden, über 100 Jahre alt werde. Das mache die Dramatik deutlich, sagt Schnabel: "Wir haben dann Rentendauern, die weit, weit über die 20 Jahre gehen." Diese Generation müsse für den Gewinn an Lebenszeit auch etwas länger arbeiten, sind sich Schnabel und Hagist einig.

(sed)

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