Seit 11:05 Uhr Tonart
Freitag, 14.05.2021
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Interview | Beitrag vom 22.02.2021

Diskussion um InzidenzwertDen Menschen eine Perspektive geben

Janosch Dahmen und Christine Aschenberg-Dugnus im Gespräch mit Axel Rahmlow

Menschen spazieren auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. (imago / Jochen Eckel)
Viele Menschen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin - doch ein Ende der Einschränkungen ist nicht in Sicht. (imago / Jochen Eckel)

Lockern oder nicht? Der Sieben-Tage-Inzidenzwert ist ein entscheidender Faktor in der Bekämpfung der Pandemie. Grüne und FDP fordern jetzt ein Umdenken: Ein Stufenplan soll weitere Faktoren berücksichtigen - und lokal angepasst werden.

Wie viele Menschen infizieren sich pro 100.000 Einwohner neu mit dem Coronavirus? Die Beantwortung dieser Frage ist seit Monaten ein Leitfaktor bei der Bekämpfung der Pandemie.

Doch die Orientierung an dieser Zahl ist umstritten. Jetzt haben Berliner Amtsärzte ein Umdenken gefordert und an den Berliner Senat geschrieben: Es sei "nicht zielführend, Eindämmungsmaßnahmen an Inzidenzen von 20/35/50" zu koppeln.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Auch Janosch Dahmen von den Grünen, Mitglied im Gesundheitsausschuss, hält den Inzidenzwert für einen wichtigen, aber nicht den einzigen Faktor bei der Bekämpfung der Pandemie. Grüne und FDP forderten deswegen, in einem Stufenplan auch weitere Faktoren zu berücksichtigen.

Das Schauen auf die Inzidenz reicht nicht

Das wären zum Beispiel die Fragen: Welche Altersgruppen sind betroffen? Wie ist die Auslastung der Intensivstationen? Um was für ein Infektionsgeschehen handelt es sich? Auch entsprechende Hygiene- und Schutzkonzepte müssten mit einfließen, sagt Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und ebenfalls Mitglied im Gesundheitsausschuss: "Das alleinige Schauen auf die Inzidenz ist der völlig falsche Ansatz."

Inzidenz- und R-Wert seien jedoch weiterhin wichtig – vor allem im Kontext der zunehmenden Mutationen des Virus, sagt Dahmen.

"Das sehen die Menschen nicht mehr ein"

"Wir müssen den Menschen eine Perspektive geben", sagt Aschenberg-Dugnus. Ein bundesweiter, pauschaler Lockdown sei dabei die falsche Denkweise. Es gebe Landkreise mit einer Inzidenz unter 35, in denen Menschen nur eine Person treffen dürften: "Das sehen die Menschen nicht mehr ein. Deswegen brauchen wir einen bundesweiten Stufenplan, der aber dann regional umgesetzt wird", sagt Aschenberg-Dugnus.

(sed)

Mehr zum Thema

Corona weltweit - So unterschiedlich geht die Welt mit Corona um
(Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 22.02.2021)

Maßnahmen gegen Corona - Soziologe Nassehi: Es gibt gute Gründe für Öffnungen – und gute dagegen
(Deutschlandfunk, Interview, 22.02.2021)

Unendlicher Lockdown - Was tun gegen den Corona-Frust?
(Deutschlandfunk Kultur, Im Gespräch, 20.02.2021)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur